Narzissmus: Narzissten Erkennen. Trennung Von Einem Narzissten

Narzissmus: Narzissten erkennen. Trennung von einem Narzissten

Definition Narzissmus. Wie Narzissten ticken. So erkennen Sie bei anderen – und sich selbst – narzisstische Anteile. Umgang mit Narzissten und Trennung von narzisstischem Partner 

„Ich führte eine Beziehung mit einem Narzissten“ – Diesen Satz höre ich heute deutlich häufiger in der Beratung als noch vor einigen Jahren. Was ist Narzissmus eigentlich? Verwenden wir den Begriff Narzissmus zu voreilig? Narzisst ist nicht Narzisst und eigentlich sollte man sowieso von narzisstischen Anteilen oder – bei starker Ausprägung – von einer narzisstischen Störung sprechen, denn das Potential zum Narzissmus trägt jeder von uns in sich. Es kommt auf die Ausprägung an. Sehen wir uns an, wo die Grenzen zwischen Selbstliebe und Selbstverliebtheit und Narzissmus verlaufen.

Dies sind typische Aussagen von Partnern von Narzissten in der Beratung:

  • Solange es nach seiner Nase lief, war alles perfekt
  • Er hat mir gesagt, er wolle mit mir angeben können
  • Er hat mich beschimpft, wenn ich einen Fehler gemacht habe
  • Sie hat mich vor ihren Freundinnen angeschrien
  • Es musste alles so sein, wie sie es wollte – oder gar nicht
  • Sie hat versucht, mich in allen Bereichen zu verändern
  • Er begründete alles damit, dass er ja nur das Beste für mich wolle
  • Sagte ich einmal „nein“, sprach er eine Woche lang nicht mehr mit mir
  • Am Ende wusste ich nicht mehr, ob nicht doch ich der Narzisst war
  • Er drehte mir das Wort im Mund herum
  • Ich kann mich nicht erinnern, dass er sich einmal entschuldigt hätte

Narzissten kennen keine Empathie

Sich in andere hineinzuversetzen, fällt Menschen mit einer narzisstischen Störung schwer. Nicht immer ist das leicht erkennbar, denn um etwas zum eigenen Vorteil zu erreichen, können Narzissten geradezu hellseherisch wirken. Das Gegenüber ist beeindruckt von der Treffsicherheit der Einschätzungen, vermutet Einfühlungsvermögen, wird aber eigentlich – nicht zwingend bewusst oder mit Vorsatz – manipuliert. Dass Narzissten tatsächlich Störungen im Empathie-Empfinden haben, scheinen Messungen der Großhirnrinde zu bestätigen. Die Regionen, die für Mitgefühl verantwortlich sind, bleiben meist unterentwickelt.

Narzissten haben einen niedrigen Selbstwert

Bereits in der frühen Definition von Narzissmus durch Freud wurde klar, dass Narzissten in der frühkindlichen Entwicklung einen Verlust von Nähe und Zuneigung erfahren haben – beispielsweise durch ein narzisstisches Elternteil. Als Folge muss das niedrige Selbstwertgefühl durch Anerkennung aufgewertet werden.

Narzissten lassen sich keine Grenzen aufzeigen

Bis hierher und nicht weiter, das hören Narzissten (und nicht nur die) nicht gerne. Während andere Menschen womöglich Strukturen sogar als hilfreich sehen, fühlt sich der Narzisst abgewertet. Sein ja sowieso niedriger Selbstwert wird nun verletzt und darauf reagiert er mit Gegenangriff. Regeln gelten für andere, nicht für ihn. Grenzen sind in seinen Augen notwendig – um sich selbst zu schützen.

Narzissten sehen die Welt in schwarz und weiß

Ob Kollegen oder Freunde: Menschen sind entweder super oder ganz doof. Dazwischen gibt es nichts. Verzeihen fällt Narzissten schwer, denn mangels Empathie können sie Gründe für Fehlverhalten und Versagen nicht wirklich nachvollziehen. Sie sehen die Kränkung und reagieren so wie sie es für nachhaltig empfinden: Keine zweite Chance!

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Eric Hegmann

Eric Hegmann ist Paarberater, Single-Coach und Autor. Er hat über ein Dutzend Bücher zu Liebe, Partnerschaft und Partnersuche veröffentlicht und ist einer der meist zitierten Dating- und Beziehungsexperten im deutschsprachigen Raum. Seit über 12 Jahren unterstützt er die Partneragentur Parship. Er ist Chefredakteur des Online Magazins beziehungsweise beziehungsweise