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Narzissmus: Narzissten Erkennen. Trennung Von Einem Narzissten

Narzissmus: Narzissten erkennen. Trennung von einem Narzissten

Definition Narzissmus. Wie Narzissten ticken. So erkennen Sie bei anderen – und sich selbst – narzisstische Anteile. Umgang mit Narzissten und Trennung von narzisstischem Partner 

Kennzeichen der narzisstischen Persönlichkeitsstörung nach DSM-5

  • grandioses Gefühl von Wichtigkeit, Übertreiben eigener Leistungen und Talente
  • Fantasien von Erfolg, Macht, Schönheit oder perfekter Liebe
  • Glaube, besonders zu sein und nur mit besonderen Menschen auf Augenhöhe zu sein
  • Verlangen nach Bewunderung
  • Anspruchshaltung und Erwartung, bevorzugt behandelt zu werden
  • nutzenorientierte Beziehungen
  • Mangel an Empathie und Rücksicht für Gefühle und Bedürfnisse anderer
  • Neid oder Vermutung, andere seien neidisch
  • Überheblichkeit

„Ich führte eine Beziehung mit einem Narzissten“ – Diesen Satz höre ich heute deutlich häufiger in der Beratung als noch vor einigen Jahren. Was ist Narzissmus eigentlich? Verwenden wir den Begriff Narzissmus zu voreilig? Narzisst ist nicht Narzisst und eigentlich sollte man sowieso von narzisstischen Anteilen oder – bei starker Ausprägung – von einer narzisstischen Störung sprechen, denn das Potential zum Narzissmus trägt jeder von uns in sich. Es kommt auf die Ausprägung an. Sehen wir uns an, wo die Grenzen zwischen Selbstliebe und Selbstverliebtheit und Narzissmus verlaufen.

Dies sind typische Aussagen von Partnern von Narzissten in der Beratung:

  • Solange es nach seiner Nase lief, war alles perfekt
  • Er hat mir gesagt, er wolle mit mir angeben können
  • Er hat mich beschimpft, wenn ich einen Fehler gemacht habe
  • Sie hat mich vor ihren Freundinnen angeschrien
  • Es musste alles so sein, wie sie es wollte – oder gar nicht
  • Sie hat versucht, mich in allen Bereichen zu verändern
  • Er begründete alles damit, dass er ja nur das Beste für mich wolle
  • Sagte ich einmal „nein“, sprach er eine Woche lang nicht mehr mit mir
  • Am Ende wusste ich nicht mehr, ob nicht doch ich der Narzisst war
  • Er drehte mir das Wort im Mund herum
  • Ich kann mich nicht erinnern, dass er sich einmal entschuldigt hätte
  • Er war wie ein Energievampir oder emotionaler Vampir

Narzissten kennen keine Empathie

Sich in andere hineinzuversetzen, fällt Menschen mit einer narzisstischen Störung schwer. Nicht immer ist das leicht erkennbar, denn um etwas zum eigenen Vorteil zu erreichen, können Narzissten geradezu hellseherisch wirken. Das Gegenüber ist beeindruckt von der Treffsicherheit der Einschätzungen, vermutet Einfühlungsvermögen, wird aber eigentlich – nicht zwingend bewusst oder mit Vorsatz – manipuliert. Dass Narzissten tatsächlich Störungen im Empathie-Empfinden haben, scheinen Messungen der Großhirnrinde zu bestätigen. Die Regionen, die für Mitgefühl verantwortlich sind, bleiben meist unterentwickelt.

Narzissten haben einen niedrigen Selbstwert

Bereits in der frühen Definition von Narzissmus durch Freud wurde klar, dass Narzissten in der frühkindlichen Entwicklung einen Verlust von Nähe und Zuneigung erfahren haben – beispielsweise durch ein narzisstisches Elternteil. Als Folge muss das niedrige Selbstwertgefühl durch Anerkennung aufgewertet werden.

Narzissten lassen sich keine Grenzen aufzeigen

Bis hierher und nicht weiter, das hören Narzissten (und nicht nur die) nicht gerne. Während andere Menschen womöglich Strukturen sogar als hilfreich sehen, fühlt sich der Narzisst abgewertet. Sein ja sowieso niedriger Selbstwert wird nun verletzt und darauf reagiert er mit Gegenangriff. Regeln gelten für andere, nicht für ihn. Grenzen sind in seinen Augen notwendig – um sich selbst zu schützen.

Narzissten sehen die Welt in schwarz und weiß

Ob Kollegen oder Freunde: Menschen sind entweder super oder ganz doof. Dazwischen gibt es nichts. Verzeihen fällt Narzissten schwer, denn mangels Empathie können sie Gründe für Fehlverhalten und Versagen nicht wirklich nachvollziehen. Sie sehen die Kränkung und reagieren so wie sie es für nachhaltig empfinden: Keine zweite Chance!

Narzissten benötigen Aufmerksamkeit

Viel Aufmerksamkeit, viel Anerkennung, viel Lob, viel Bewunderung: Narzissten benötigen Zuwendung wie Treibstoff. Weil sie von sich aus wenig Selbstbewusstsein mitbringen, müssen sie ihren Tank immerzu auffüllen lassen. Das ist, was Beziehungen mit Narzissten so anstrengend macht: Sie zapfen die Energie ihrer Umgebung an und lassen die erschöpft und ausgelaugt zurück.

Narzissten streben nach Dominanz

Immer der Erste, immer der Beste sein zu wollen, wäre für die meisten Menschen schlicht zu anstrengend. Wozu auch? Auch das unterscheidet Narzissten von anderen: Sie bitten nicht um Hilfe oder um Unterstützung. Sie möchten andere Meinungen nicht in die eigenen Entscheidungen integrieren.

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Narzissten verstehen Kritik als Bedrohung

Narzissten benötigen Bewunderung. Erfahren sie diese nicht, reagieren sie beleidigt und werten ihr Gegenüber ab. Dies erledigen sie sehr gründlich und sehr verletzend, denn auch vorsichtig formulierte Zweifel erleben sie als scharfe Kritik, gegen die sich wehren müssen, um die Oberhand zu behalten.

Narzissten sind rastlos und ungeduldig

Sie hassen es, sich zu wiederholen. Sie tun Warten als Zeitverschwendung ab, wenn nicht sogar als unverzeihlichen Missbrauch ihrer Lebenszeit. Geduld können Sie von Narzissten nicht erhoffen, denn sie akzeptieren nicht, wenn Sie Ihr Problem zu ihrem Problem machen.

Narzissten sind Menschen mit extrem stark ausgeprägtem Bedürfnis nach Distanz

Nach dem Bindungsmodell sind Narzissten auch an ihrem Bedürfnis nach Distanz und Kontrolle zu erkennen. Der folgende Test ist gedacht herauszufinden, ob Ihr Partner ein stark vermeidender Bindungstyp ist. Nicht alle vermeidenden Bindungstypen sind Narzissten, aber alle Narzissten sind vermeidend – wenn auch vielleicht unbewusst.

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Eine emotionale Abhängigkeit ist keine Liebe. Dieser mehrstufige Persönlichkeitstest erfasst Ihre Beziehungsdynamik.

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Die guten Seiten des Narzissmus

Beim zweiten Blick ist es vielleicht nur Blenderei, doch in Studien kam sehr deutlich heraus, dass narzisstische Gruppenmitglieder bereits beim ersten Treffen von allen anderen als besonders offen, kompetent, gewissenhaft, kontaktfreudig oder unterhaltsam erlebt wurden. Gelobt wurden ihre Eloquenz, denn sie sind redegewandt, scheuen sich nicht auf andere zuzugehen und sich zu informieren ebenso wie ihr Unterhaltungswert und ihr – vermeintlich – selbstsicheres Auftreten. In der Kennenlernphase sind Narzissten das pure Gegenteil eines selbstverliebten Egomanen, sie wirken im Gegenteil ehrlich und aufrichtig bemüht, sie werben sehr fantasievoll und kreativ und hinterlassen den Eindruck: Wow!

Die schwierigen Seiten des Narzissmus

In Beziehungen fallen Narzissten ungewöhnlich häufig auf durch Ungehemmtheit und Außenbeziehungen. Denn in der Sexualität benötigt der Narzisst Abwechslung und Bestätigung, er bevorzugt Spielarten in denen das einsame Erleben im Vordergrund steht und weniger das Gemeinsame.  Als Eltern wollen Narzissten ihre Kinder kontrollieren, es geht ihnen weniger um Schutz als um Unterwerfung. Narzisstische Eltern sind oft wütend auf ihre Kinder, so dass diese glauben, alles falsch zu machen. Narzisstische Störungen werden so weitergegeben. Beziehungspartner werden erschöpft und ausgesaugt, sind sie nicht mehr fähig, Anerkennung zu geben, werden sie ausgetauscht. Wer aus einer Beziehung mit einem Narzissten kommt, benötigt meist Hilfe und Unterstützung, um nicht in der nächsten Beziehung in eine erneute emotionale Abhängigkeit zu geraten. Die Partner von Narzissten zeigen häufig ebenfalls Anzeichen von Störungen, sie neigen zur Co-Abhängigkeit, zu Suchtverhalten und leiden ebenfalls unter einem niedrigen Selbstwert, den sie erhöhen möchten, in dem sie für Zuwendung und Zuneigung bereit sind, alles und sich selbst aufzugeben.

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Nach einer Beziehung mit einem Narzissten: Was nun?

Die Betroffenen sind am Boden zerstört und verletzt. Da ist zunächst der Verlust des geliebten Menschen und Liebeskummer. Während Narzissten unter Bindungsangst leiden, ist das Thema ihrer Partner meist Verlustangst. Eine Beziehung mit einem Narzissten ist immer eine emotionale Abhängigkeit. Dies führt dazu, dass sie oft auch nach einer Trennung nicht loslassen können und immer wieder zweifeln, ob es nicht doch noch eine gemeinsame Zukunft geben könnte. In dieser Phase beschönigen die Betroffenen ihre Erfahrungen, sie finden Entschuldigungen für Fehlverhalten und weisen sich selbst die Schuld für Erniedrigungen zu.

Sich befreien aus einer Beziehung mit einem Narzissten

Häufig bemerken es nicht einmal die Freunde, dass der wortgewandte und charmante Mensch ein Narzisst sein könnte. Im Gegenteil, sie werfen den Betroffenen oft vor, zu übertreiben oder sich Dinge einzubilden. Sich aufs eigene Urteil zu verlassen, den eigenen Stimmen wieder zu vertrauen, ist in dieser Situation oft nicht möglich. Meist braucht es einen schmerzhaften Anlass wie eine Außenbeziehung oder einen Seitensprung, damit die Partner von Narzissten erfassen, in welcher Abhängigkeit sie sich befinden. Oft genügt auch das nicht, zumindest nicht sofort. Wie zuvor betont leiden die Partner von Narzissten ebenfalls unter einem geringen Selbstwert. Sie suchen deshalb den Fehler bei sich: Hätten sie dies getan oder jenes gelassen, dann wäre der Partner bei ihnen geblieben und hätte sich die Bestätigung nicht außerhalb der Beziehung gesucht. Es ist ein leider langwieriger Prozess, sich von solchen Gedanken zu lösen und zu befreien. Wut und Empörung auf den narzisstischen Partner ist häufig der erste Schritt, Distanz zu schaffen. Doch weil die Partner von Narzissten körperlich und geistig geschwächt und ausgelaugt sind, verharren sie häufig sehr lange in der Phase der Niedergeschlagenheit und leiden unter Depressionen. Ohne Unterstützung wie ein Trennung- und Liebeskummer-Coaching oder auch einer psychologischen Beratung ist es eigentlich nicht möglich, sich tatsächlich zu befreien und die Verletzungen zu heilen.

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Eric Hegmann

Eric Hegmann ist Paarberater, Single-Coach und Autor. Er hat über ein Dutzend Bücher zu Liebe, Partnerschaft und Partnersuche veröffentlicht und ist einer der meist zitierten Dating- und Beziehungsexperten im deutschsprachigen Raum. Seit über 12 Jahren unterstützt er die Partneragentur Parship. Er ist Chefredakteur des Online Magazins beziehungsweise beziehungsweise