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Ist Der Ex-Partner Gift Für Die Neue Liebe?

Ist der Ex-Partner Gift für die neue Liebe?

Nach der Beziehung Freunde bleiben ist ja gut und schön. Aber wie findet der neue Partner es, wenn der oder die Ex Teil des Lebens bleibt?

Immer raussuchen kann man es sich nicht: Wenn nach der Trennung gemeinsame Kinder zu versorgen sind, bleibt der oder die Ex Teil der Familie und des Lebens. Kann das gut gehen oder muss darunter die neue Beziehung nicht leiden? Im Sat1 Frühstücksfernsehen habe ich darüber gesprochen.

 

Wann kann die Ex-Beziehung des Partners für mich eine Gefahr werden?

Meist geht es dabei weniger um einen selbst als um den neuen Partner oder die neue Partnerin. Sobald sie sich bedroht fühlt durch die Ex, dann wird auch meine Beziehung darunter leiden. Die Amerikaner sagen „Happy wive, happy life“. Die ständig präsente Ex-Partnerin macht die neue Partnerin meist unglücklich.

Ist das Eifersucht, wenn es mich stört wenn mein neuer Partner noch regelmäßig Anrufe von seiner Ex bekommt? Oder weiter anruft und nach Ratschlägen fragt.

Ja, im Grunde ist das Eifersucht. Aber eine gut begründete. Denn es geht um gemeinsame Erinnerungen und eine frühere Bindung des Partners. Da gab es schließlich eine exklusive Liebesbeziehung. Wir wissen aus eigener Erfahrung, wie die sich anfühlt. Es ist normal, dass man sich in diesem Moment selbst vergleicht. Kommt man besser weg, ist man liebenswürdiger. Bis hin zu: Bin ich ebenfalls so? Und natürlich die bange Frage: Wird diese Exklusivität fortgeführt? Gibt es Themen, von denen ich ausgeschlossen werde?

Wie sieht das aus wenn Kinder im Spiel sind? Welche Regeln gelten dann?

Dann müssen die Ex-Partner einen Weg finden, der für ihre Kinder gut ist. Dazu gehört vielleicht, dass die Erwachsenen auch mal gute Miene zum bösen Spiel machen müssen. Was nicht geht: Über die Kinder Einfluss nehmen auf die neue Beziehung. Das geschieht leider oft, dass genau das ein Partner versucht. Beispielsweise die neue Partnerin als die böse Stiefmutter hinstellt, die den Kindern eigentlich gar nichts zu sagen hat.

Folgendes Beispiel: mein neuer Partner feiert seinen Geburtstag und will seine oder seinen Ex einladen. Muss ich das gut finden oder wie sage ich meinem Partner, dass er seine Altlasten in die Vergangenheit gehören?

Nein, ich muss das nicht gut finden. Ob ich es verhindern kann? Ein Anspruch darauf empfinde ich als schwierig. Ich kann aber sagen, dass und warum ich mich unwohl fühle damit. Es ist ein schmaler Grad zwischen „Ich nehme mich zusammen und stehe das durch wie ein Erwachsener“ und „Das ertrage ich nicht“. Es kommt ja auch sehr darauf an, ob die Ex mittlerweile einen neuen Partner hat. Dadurch wirkt sie natürlich weniger bedrohlich.

Die Spirale geht ja noch weiter: was mache ich, wenn die ehemalige Schwiegermutter in spe weiter anruft?

Das ist rührend – aber signalisiert, dass die Schwiegereltern noch immer in die Partnerwahl hineinreden möchten. Sind Kinder im Spiel und die Schwiegermama ist auch die Oma, ist das akzeptabel, sonst sollte der Kontakt nicht zu intensiv sein. Aber das ist wirklich individuell.

Welche Beispiele kennst Du aus Deiner Praxis?

Kürzlich hatte ich einen Fall, da hat die neue Partnerin das Foto der Ex-Frau in seiner Börse gefunden. Das hat sie komplett aus der Bahn geworfen und sie erlebte eine regelrechte Panik-Attacke. Da kam so viel hoch, was nichts mehr mit einem Bild zu tun hat. Der Film im Kopf war hier das Problem, nicht der tatsächliche Kontakt.

Eric Hegmann

Eric Hegmann ist Paarberater, Single-Coach und Autor. Er hat über ein Dutzend Bücher zu Liebe, Partnerschaft und Partnersuche veröffentlicht und ist einer der meist zitierten Dating- und Beziehungsexperten im deutschsprachigen Raum. Seit über 12 Jahren unterstützt er die Partneragentur Parship. Er ist Chefredakteur des Online Magazins beziehungsweise beziehungsweise

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