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Häufige Liebesfallen Und Wie Sie Die überstehen

Häufige Liebesfallen und wie Sie die überstehen

Was macht eine stabile, harmonische Beziehung aus? Der Umgang der Partner mit den Veränderungen, die sie auf dem Weg erleben. Wenn aus dem ersten Rausch der Verliebtheit Alltag wird, wenn die Partner sich immer mehr selbstverständlich nehmen – diese Stationen und Liebesfallen kennen fast alle Paare. Sie lassen sich aber alle – mit etwas gutem Willen und Einsatz – meistern.

Enttäuschung und Frust, wenn die erste Verliebtheitsphase nachlässt

Zu Beginn der Beziehung sind beide Partner noch bemüht und aufmerksam. Irgendwann lässt das nach. „Du bist mir nicht mehr so wichtig wie früher“, klagen viele. Wie kann man das Kribbeln und die Emotionen der Anfangszeit möglichst lange erhalten? Und wie geht man mit der Enttäuschung um, wenn die rosarote Brille wegfällt?

Vermutlich sollten die Partner schon vor allem keine Furcht vor den verschiedenen Phasen der Beziehung haben. Die Zeit, in der noch alles neu ist, was man erlebt und erfährt, in der man alles erfahren möchte und Nächte durchquatschen und –träumen kann, wird irgendwann zu einer Zeit des Ankommens, die ruhiger ist und ja, auch kritischer. Das ist aber gut und nicht schlecht, denn wie das Leben selbst ist eine Beziehung andauernde Veränderung. Um sich immer wieder neu ineinander verlieben zu können, sollten paare eine Mischung aus Bewährtem und Neuem pflegen: das Neue für die Erfahrung, die Welt nicht nur aus den eigenen, sondern auch aus den Augen des Partners zu erleben und das Bewährte, um durch Rituale Vertrauen und Verlässlichkeit aufzubauen.

Immer derselbe Trott sorgt für das Gefühl von Selbstverständlichkeit

Menschen wollen beachtet werden. Zu viel Gewohnheit sorgt schnell dafür, dass man einander für selbstverständlich hält und weniger achtsam ist. Wie behält man als Paar das Feuer? Und wie kann man den Jagdtrieb wieder anfachen ohne den anderen zu verletzen oder gar Eifersucht zu schüren?

Achtsamkeit und Dankbarkeit lassen sich trainieren und ich kann nur empfehlen, dies tatsächlich zu tun. Der positive Effekt auf die Beziehung und die eigene Zufriedenheit ist immens, es genügt schon, sich täglich bewusst zu machen, wofür man einander dankbar ist – und das auch zu kommunizieren! Das erhöht den Selbstwert, bestätigt den Partner und der fühlt sich in der Folge geliebte und geschätzt und wird sich auch so rasch nicht bedroht fühlen. Außerdem empfehle ich Paaren Sex als gemeinsames Hobby. Das wird von vielen Paaren unterschätzt. Dabei ist es die schönste und günstigste gemeinsame Freizeitbeschäftigung. Da Sex nicht nur für Lust, Fortpflanzung und Befriedigung funktioniert, sondern auch für Bindung, ist ein erfülltes Liebesleben ein wichtiger und bewährter Beziehungskitt, der nie wirklich langweilig wird. Jagdtrieb und Eifersucht sind dabei Emotionen, die sich spielerisch einsetzen lassen, um die Spannung zu erhalten.

Wiederkehrender Streit über immer die gleichen Themen

Immer wieder sind dieselben Dinge Streitthema. Gibt es da keinen Ausweg? Wer sollte wem entgegenkommen?

Nach den Forschungen von Professor John Gottman sind fast 70 Prozent der Paarkonflikte nicht lösbar. Wir vergeuden also viel Energie mit dem Erreichen von Kompromissen, die keinen Partner gänzlich zufrieden zurücklassen und so in der Folge langfristig für Verbitterung und Frust sorgen. Die Kunst von glücklichen Paaren besteht darin, mit den unlösbaren Konflikten umzugehen, also zu verstehen, dass der Wunsch des Partners genauso gerechtfertigt ist wie der eigene, auch wenn das sicher in vielen Situationen sehr schwierig sein mag. Doch es ist eine Frage von Respekt und Vertrauen, sich nicht immer gegeneinander durchsetzen zu wollen. Im besten Fall will ein sich geliebt fühlender Partner dann auch den Wunsch erfüllen und der Konflikt ist gelöst.

Sich niemals ganz aufgeben für die Beziehung und den Partner

Vieles macht man nur dem Partner zuliebe. Welches Maß ist gesund und wichtig, damit die Liebe funktioniert. Und wann läuft man Gefahr sich selbst aufzugeben und zu verbiegen?

Die Dynamik einer Beziehung wird vor allem durch den Selbstwert der Partner vorgegeben. Ein verletzter Selbstwert beispielsweise durch eine schlimme Trennung in der Beziehungshistorie verstärkt Bindungs- und Verlustängste. Sind die extrem stark, zieht sich vielleicht ein Partner zurück, während der andere klammert. Leicht werden dann Liebesbeziehungen zu emotionalen Abhängigkeiten, die langfristig alle Beteiligten unglücklich machen werden. Ich mag das Modell, das zwei Menschen ihr Ich in einer Beziehung bewahren und sozusagen die Partnerschaft als dritten Partner gemeinsam schaffen. So bleibt genug Eigenständigkeit und gleichzeitig entsteht das Fundament von etwas Neuem. Die Idee, dass zwei Menschen verschmelzen, sich also ganz aufgeben, um nur noch Eins zu sein, erlebe ich eher als Überromantisierung, wie sie in Filmen vorkommt und nicht als langfristig tragfähige Realität.

Eifersucht und ihre Formen

Eifersucht ist mächtig. Sie kann Liebe zerstören und beleben. Wann ist sie zu viel? Wann ist sie zu wenig? Es kommt auf die Ausprägung an.

Im positiven Sinn zeige ich mit meiner Eifersucht, dass mir meine Beziehung viel Wert ist, dass ich nichts zwischen uns kommen lassen möchte. Ich behaupte damit meinen Anspruch und sage, ich möchte keine Veränderung zulassen. Eifersucht will einen Status Quo halten – allerdings gibt es den im Leben nicht, denn alles verändert sich ununterbrochen.

Etwas Eifersucht tut gut, weil das Bestätigung zeigt, aber sie sollte sehr vorsichtig dosiert werden. Wer mit seiner Eifersucht nicht umgehen kann, sollte sich im extremen Fall, traumatherapeutische Unterstützung suchen, um wieder Vertrauen fassen zu können. Denn Kontrolle ist eine narzisstische Verhaltensweise und das Gegenteil von freiwilliger Liebe, was wir uns alle heute in einer gleichberechtigten Beziehung auf Augenhöhe wünschen.

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Wenn gemeinsame Ziele aus dem Fokus rücken

Mit den Jahren entwickeln sich beide weiter – nicht immer in die gleiche Richtung. Wie kann die Liebe trotzdem bestehen? Worauf kommt es besonders an?

Solange beide Partner an dem gemeinsamen Ziel arbeiten wollen, zusammen alt zu werden, besteht immer Hoffnung, dass dieser Optimismus sich erfüllen wird. Sobald Pessimismus ins Spiel kommt, gleicht das einer inneren Aufkündigung der Beziehung. Dagegen hilft Kommunikation, der intensive Austausch über die Wünsche und Bedürfnisse – denn nur dann können die gemeinsam ausgelebt werden. Wer sich nicht ganz sicher ist, wo der Partner in zehn Jahren sich sieht oder welche Wünsche er sich erfüllen möchte, der sollte heute noch damit anfangen, gemeinsam zu träumen.

Unterschiedliche Nähe- und Distanz-Bedürfnisse

Der eine braucht viel Freiraum, der andere viel Nähe: Wie lässt sich hier ein Gleichgewicht finden, mit dem beide glücklich sind?

Im besten Fall ergänzen und fordern sich die Partner mit ihren Unterschieden. Allerdings ist gerade das Nähe-Distanz-Bedürfnis sehr komplex, weil es das Bindungsverhalten spiegelt, das die Partner in ihrer frühen Kindheit sowie in ihren früheren Beziehungen geprägt hat. Wichtig ist, dass sich unterschiedliche Partner gegenseitig in ihrem Selbstwert aufbauen und unterstützen, damit nicht Verlust- oder Bindungsangst, die letztlich die Ausprägung der Nähe-Distanz-Dynamik vorgeben, besonders stark werden. Denn das muss leider auch deutlich gesagt werden: Nur in Hollywood-Filmen lassen sich alle großen Unterschiede in einer Beziehung meistern. In der Wirklichkeit braucht es viele Ähnlichkeiten und gemeinsame Werte, um nicht nur lange zusammenzubleiben, sondern auch lange glücklich und zufrieden zusammen zu sein.

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Macht meine Beziehung noch Sinn? Woran erkennt man, dass eine Beziehung am Ende ist?

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Eric Hegmann

Eric Hegmann ist Paarberater, Single-Coach und Autor. Er hat über ein Dutzend Bücher zu Liebe, Partnerschaft und Partnersuche veröffentlicht und ist einer der meist zitierten Dating- und Beziehungsexperten im deutschsprachigen Raum. Seit über 12 Jahren unterstützt er die Partneragentur Parship. Er ist Chefredakteur des Online Magazins beziehungsweise beziehungsweise