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Was Steckt Dahinter, Wenn Der Partner Plötzlich Nur Noch Nervt?

Was steckt dahinter, wenn der Partner plötzlich nur noch nervt?

Oft geschieht es von einem Tag auf den anderen: der Partner nervt. Angewohnheiten, die zuvor noch amüsant waren, werden unerträglich. Meist steckt dahinter ein anderer, ungelöster Konflikt. Mit Video.

Was sind denn so typische Situationen, mit denen sich Partner gegenseitig auf die Palme bringen?

Ganz häufig höre ich in der Beratung: “Er / sie fällt mir ständig ins Wort” oder “Alles muss er / sie kommentieren”. Dies ist ein Zeichen, dass die Partner sich missverstehen. Vielleicht möchte ein Partner hilfsbereit sein, der andere fühlt sich aber belehrt und von kritisiert. Hier macht häufig der Ton die Musik. Aber ebenso immer wiederkehrende Kleinigkeiten: Alles fallen lassen und sich hinterher räumen lassen, sich nicht wahrgenommen fühlen und stattdessen für selbstverständlich genommen werden, ein Partner textet – gefühlt peinlich – fremde Menschen zu zu, immer werden die Freundinnen oder die Eltern zu allem befragt, ständige Unpünktlichkeit, ewige Meinungsverschiedenheiten über die Erziehung ….

Einerseits haben alle Menschen ihre Macken, andererseits entwickeln sich auch Angewohnheiten durch die jeweilige Paar-Dynamik. Das heißt: Aktion trifft auf Reaktion – und die provoziert eine neue Reaktion. Irgendwann braucht es gar nicht mehr die Aktion, um in dieses Muster als Paar zu verfallen. Und wenn man bereits glaubt zu wissen, dass gleich etwas passieren wird, das nervt, dann genügt nur noch eine Kleinigkeit, damit sich dies auch erfüllt. Dann ist der Partner genervt und fühlt sich darin bestätigt, dass der Partner das ja “immer” so macht.

Was steckt dahinter, wenn man die Macken des Partners nicht mehr erträgt?

In den meisten Fällen geht es um etwas ganz anderes. In der Beratung erlebe ich oft, dass das Nerven losging zu einem bestimmten Zeitpunkt. Da wurde überlegt aus der Wohnung in ein Haus zu ziehen, da wurde der Beruf gewechselt, die Familienplanung stand an oder das Kind ist aus dem Haus – fast immer fällt eine solche veränderte Wahrnehmung mit einem Wechsel an anderer Stelle zusammen. Nicht die Besonderheit ist das Problem sondern ein Konflikt, der die Toleranzschwelle so senkt, dass man es nicht aushält.

Die Frage, die viele Partner umtreibt, lautet: “Würde er/sie mich wirklich lieben, dann würde er/sie doch das mir zuliebe machen, oder?” Dahinter stecken Erwartungen und Ansprüchen, sowie die Furcht vor Zurückweisung. Aber: Genau diese Gedanken hat der Partner ebenso. Vielleicht heißt es bei ihm: Würde er/sie mich wirklich lieben, so wie ich bin, dann würde er/sie mich nicht drängen etwas zu tun, das ich nicht tun möchte.

Warum fallen einem diese „unerträglichen“ Verhaltensweisen denn nicht auf, wenn man den Partner kennenlernt?

Die fallen auf – aber oft positiv. Da war diese kontaktfreudige Person, die auf der Party von allen umrundet wurde – das fand man super, weil man sich vielleicht selbst eher als Mauerblümchen empfunden hat. Jetzt hat man aber alle Witze aus dem Repertoire bereits gehört und findet die einfach nicht mehr komisch. Es gibt eine „fatale Attraktion“, wenn jemand genau das toll begeistert hat, was er später nicht ertragen kann.

Loriot nannte die kleinen Macken „liebevolle Besonderheiten“ und hat damit schön beschrieben, dass der Partner diese Angewohnheiten wohl früher bereits hatte – als man hat sich in das Gesamtpaket verliebte. Es heißt ja: Wir verlieben uns in die sympathischen Seiten eines Menschen. In der Beziehung lernen wir dann, mit den unsympathischen ebenso umzugehen.

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Eric Hegmann

Eric Hegmann ist Paarberater, Single-Coach und Autor. Er hat über ein Dutzend Bücher zu Liebe, Partnerschaft und Partnersuche veröffentlicht und ist einer der meist zitierten Dating- und Beziehungsexperten im deutschsprachigen Raum. Seit über 12 Jahren unterstützt er die Partneragentur Parship. Er ist Chefredakteur des Online Magazins beziehungsweise beziehungsweise