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Welche Sprache Der Liebe Sprechen Und Verstehen Sie?

Welche Sprache der Liebe sprechen und verstehen Sie?

Mein Partner versteht mich einfach nicht! – Ein Satz, den viele Menschen (mit)seufzen. Woran liegt es und wie verbessern Sie Ihre Kommunikation?

1. Kommunizieren Sie auf Augenhöhe

In der Transaktionsanalyse wird das Bild gezeichnet, wie Sie auf einer Ebene miteinander sprechen können. Die Idee dahinter ist, dass Sie je nach Situation und Persönlichkeit dazu neigen, die Haltung Ihres Kindheits-Ichs, Ihres Erwachsenen-Ichs oder Ihres Eltern-Ichs zu verwenden. In einer Partnerschaft sind Sie gleichberechtigt und weder Mutter/Vater noch Kind Ihres Partners. „Du sollst…“, „Warum machst du immer…?“ sind Botschaften von oben nach unter. Auf einer Ebene würde es sich eher so anhören: „Wie lösen wir das Problem?“

2. Achten Sie darauf, was Ihr Partner versteht

Sie können sich noch so gewählt ausdrücken: Was Ihr gegenüber versteht, liegt nur in Teilen in Ihrer Verantwortung. Sie können nicht beeinflussen, welche Erinnerungen und Emotionen er mit Wörtern, Situationen, Stimmungen verbinden. Aber Sie können darauf achten, ob sein Verständnis mit Ihrer Botschaft halbwegs übereinstimmt – indem Sie nachfragen und nachlegen oder korrigieren, wenn nötig. Viele Menschen vermuten, dass von Ihrer Aussage beim Gegenüber nur ein kleiner Teil angekommen ist. Das ist nicht ganz richtig, denn vermutlich wurden bei ihm so viel mehr Dinge ausgelöst, als Sie tatsächlich gesagt haben, dass er eher ein Vielfaches verstanden hat. und oft hat er ja recht. „Da vorne ist Rot!“ beschreibt nicht nur die Ampelschaltung sondern beinhaltet einen Appell. Vielleicht meinen Sie das, weil der Fahrer gerade am Smartphone spielte und abgelenkt war, vielleicht weil Sie es besser finden, auf eine Ampel zuzurollen. Ankommen wird aber ganz sicher, dass Sie Ihren Fahrer für unfähig halten, sein Verhalten der Situation ohne Ihre Hilfe anzupassen. Er wird das nicht honorieren – mit Glück nimmt er es mit Humor, weil er Sie kennt und Ihre Aussagen „übersetzen“ kann.

3. Sprechen Sie verschiedene Sprachen der Liebe?

Wie sagen Sie: „Ich liebe dich“? Formulieren Sie einen Satz mit diesen drei Worten? Das ist gut. Tun Sie das öfter. Oder zeigen Sie Ihre Liebe? Denn schließlich zählen die Taten mehr als Worte. Das ist ebenfalls gut. Hoffentlich versteht Ihr Partner Sie auch.
Es ist keineswegs sicher, dass beispielsweise Ihr Engagement im Haushalt von ihm als Liebesbeweis anerkannt wird. Er favorisiert Intimität. Dafür würde er eine Putzfrau kommen lassen und Sie zum Essen einladen – zweimal die Woche.

Gary Chapman hat mit seinem Buch „Die fünf Sprachen der Liebe“ eine schön verständliche Übersetzungshilfe geleistet für die Dinge, die Menschen als Liebesbeweis verstehen, geben und sich wünschen. Dass zwei Partner dieselbe Sprache sprechen ist nicht unmöglich. Aber keinesfalls vorgegeben. Gerade Aufmerksamkeit und Hilfsbereit und Zärtlichkeit und Zweisamkeit sind missverstandene Liebesbotschaften.

Eine der wichtigsten Sprache der Liebe: Lob und Anerkennung. Am Besten vor Anderen. Ein „Ich bin stolz auf dich, wie du das gemacht hast“ sorgt umgehend für mehr Selbstbewusstsein und eine sichere Bindung.

Geschenke sind ebenfalls eine Sprache der Liebe. Sie sollten aus der Aufmerksamkeit heraus für den Partner entstanden sein. Ein Partner, der ein unpersönliches Geschenk als Affront versteht, sagt Ihnen damit: „Du weißt nicht, was mir gefällt?“ – Und stellt die Liebe in Frage.

Zeit für Zweisamkeit ist beispielsweise, was junge Eltern schmerzhaft vermissen. Dadurch wird die Bindung auf eine harte Probe gestellt. Glauben Sie nicht, die gemeinsame Aufgabe und Fürsorge würde das Bedürfnis von Zweisamkeit auf Dauer erfüllen.

Hilfsbereitschaft und Fürsorge zeigen uns, dass jemand uns vor die eigenen Bedürfnisse stellt. Je älter wir werden umso wertvoller werden diese Signale. Solange wir alles selbst können, mag uns nicht so wichtig sein, was der Partner aus freien Stücken für uns tut. Das ändert sich. Denn das gehört zum Leben dazu.

Intimität und Zärtlichkeit sorgen für Bindung. Körperkontakt ist eine Sprache der Liebe auf biologischer Basis. Hormone und Botenstoffe sorgen für Zugehörigkeit – teilweise mit Entzugsartigen Reaktionen, wenn sie wegfallen.

Prüfen Sie, welche Sprache(n) Ihrem Partner besonders gut tun und investieren Sie in den entsprechenden Sprachkurs, wenn Sie bisher unterschiedlich kommuniziert haben.

Eric Hegmann

Eric Hegmann ist Paarberater, Single-Coach und Autor. Er hat über ein Dutzend Bücher zu Liebe, Partnerschaft und Partnersuche veröffentlicht und ist einer der meist zitierten Dating- und Beziehungsexperten im deutschsprachigen Raum. Seit über 12 Jahren unterstützt er die Partneragentur Parship. Er ist Chefredakteur des Online Magazins beziehungsweise beziehungsweise

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