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Warum Männer – Und Frauen – So Lange Single Bleiben

Warum Männer – und Frauen – so lange Single bleiben

Berlin, die Hauptstadt der Singles. Die Zahlen des Statistischen Landesamt Berlin zur Versingelung werfen Fragen auf: Sehnen sich Männer nicht nach Nähe? Geraten Frauen „immer an die Falschen“?

Nach Zahlen des Statistischen Landesamtes lebt jeder in Berlin zweite Mann unter 34 Jahren lebt allein. Nur sieben Prozent der Ehemänner war bei der Hochzeit jünger als 30 und fast 30 Prozent der Berliner Kinder leben bei einem alleinerziehenden Elternteil – die meisten bei ihren Müttern. Ist das ein bundesweiter Trend?

Sind alle jungen Männer Beziehungsverweigerer und/ oder beziehungsunfähig?

Vermutlich nicht. Beispielswiese spricht dagegen, dass Männer viel schneller „Ich liebe dich“ sagen als Frauen. 42 Prozent der befragten Männer meinten: „Wenn man schon nach einem Tag Liebe empfindet, kann man das auch sagen.“ Dieser Meinung sind gerade 23 Prozent der Frauen. Irgendwie geht das aber nicht zusammen. Lassen Sie uns deshalb zunächst mit zwei Mythen aufräumen:

Mythos 1: Männer sind aktive Beziehungsverweigerer

Das Gegenteil ist vermutlich der Fall, denn Männer verlieben sich schneller und sie leiden stärker unter Alleinsein. Jüngst hat die Anthropologin Helen Fisher Ergebnisse veröffentlicht, aus denen ganz klar hervorgeht: Romantiker sind vor allem Männer. Nur warum binden sie sich dann nicht? Und viele Frauen werden fragen: Wo sind die romantischen Männer bitte zu finden?

Schnell wird das Klischee Nähe-Frau sucht Distanz-Mann herangezogen. Doch das kann nicht verallgemeinert werden. Es sind nämlich häufiger Frauen, die – oft auch unbewusst – Partner abwehren. Partnerwahl ist vor allem die Entscheidung der Frau. Sie legt weitaus mehr Kriterien bei der Partnerwahl an als Männer. Frauen suchen nach wie vor einen Partner mit Versorgerqualitäten (das gilt auch für Akademikerinnen, wie beispielsweise die Studien der Uni Wuppertal von Professor Hassebrauck belegen), er soll liebevoll sein, ihr das Gefühl geben, sie sei die Einzige und seine Priorität eins und bester Freund, der ihr gleichberechtigt zur Seite steht, auf den sie sich bei Problemen verlassen kann.

Dagegen ist die Traumfrau des Mannes kurz umschrieben mit attraktiv und fürsorglich. Das zeigen die Daten der Suchkriterien aller Online Dating Services seit einem Jahrzehnt unverändert, wie unter anderem die Forschungen von Professor Burghard Andresen, Leiter der Arbeitsgruppe Klinische Neuropsychologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf bestätigen.

Mythos 2: Frauen geraten immer an die Falschen

Viele suchen einen Schuldigen für die Versingelung der Gesellschaft. Wer sollte das sein? Wer verordnet: „Du bleibst Single!“? Seit Jahren heißt es, die Ansprüche seien zu hoch, die Auswahlkriterien würden der Lebenswirklichkeit abseits von „Sex and City“-Kitsch nicht entsprechen – oder eben das Schicksal: „Immer die Falschen!“

Dabei hat jeder persönliche Gründe, einen Partner oder eine Partnerin zu wählen oder eben nicht zu wählen – ebenso sich nicht wählen zu lassen. Vermutlich hat das auch mit Bindungsverhalten zu tun.

Nehmen wir wie die Therapeutin und Autorin Rachel Heller in ihrem Buch „Warum wir uns immer in den Falschen verlieben – Beziehungstypen und ihre Bedeutung für unsere Partnerschaft“ an, dass etwa 50 Prozent der Menschen einen sicheren Bindungsstil haben, dann kann man davon ausgehen, dass diese sich auch in festen Beziehungen befinden und nur kurze Single-Phasen durchleben.

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Eric Hegmann

Eric Hegmann ist Paarberater, Single-Coach und Autor. Er hat über ein Dutzend Bücher zu Liebe, Partnerschaft und Partnersuche veröffentlicht und ist einer der meist zitierten Dating- und Beziehungsexperten im deutschsprachigen Raum. Seit über 12 Jahren unterstützt er die Partneragentur Parship. Er ist Chefredakteur des Online Magazins beziehungsweise beziehungsweise

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