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Wann Kann Eine Paarberatung Helfen?

Wann kann eine Paarberatung helfen?

Viele Paare suchen leider zu spät Hilfe. Dann, wenn aus den kleinen Streits ein alltäglicher Kampf, oder wenn die Gesprächspausen bereits zu Desinteresse und womöglich Ablehnung geworden sind.

Es kriselt in der Beziehung. Die Partner streiten wegen Kleinigkeiten. Ist das bereits der Moment, Hilfe zu suchen? Ich biete Paarberatung in Hamburg an.

Häufig sind Spannungen und kleine Streitereien die Folge einer Veränderung oder Einwirkung von innen oder außen auf die Beziehung. Dann kann diese Phase auch wieder vergehen. Doch dafür ist wichtig, richtig zu streiten, also wertschätzend und nicht abwertend, lösungsorientiert und nicht gefühlsbetont, in die Zukunft und nicht in die Vergangenheit gerichtet. Um die tatsächlichen Auslöser des Konfliktes herauszufinden, braucht es jedoch oft einen externen Blick. Oft geht es in Wirklichkeit um den Wunsch nach Nähe oder Furcht vor Verlust von Zuneigung. Der Gedanke „Wenn du mich wirklich lieben würdest, dann würdest du …“ steckt hinter vielen kleinen Konflikten im Alltag. Auch glückliche Paare streiten. Sie versöhnen sich jedoch wieder. Fällt Verzeihen schwer, dann kann bereits ein Coaching oder eine Beratung unterstützend wirken, Rituale der Versöhnung zu finden und kleine Wunden wieder verheilen zu lassen. Die brechen dann auch nicht wieder so rasch auf.

Eine häufige Situation: Er möchte erst einmal auf Distanz gehen, sie möchte reden. Wie löst man diesen Konflikt?

Die beschriebene Situation kann möglicherweise mit unterschiedlichen Bindungsstilen zusammen hängen: Ein Partner ist eher ein vermeidender Bindungstyp. Das heißt, ihm ist wichtiger sich selbst zu entwickeln, er hat eher Angst vor Nähe und Furcht in dem ‚Wir‘ aufzugehen. Dieser Mensch braucht viel Selbstbestätigung. Auf der anderen Seite steht der eher ängstliche Bindungstyp. Das ist jemand, der sich eigentlich sogar gut dabei fühlt, sich um einen Partner zu bemühen, auch bemühen zu müssen. Er erlebt, dass man sich Liebe erarbeiten und verdienen muss. Dieser gibt natürlich dem vermeidenden Partner immer wieder die Bestätigung. Gut geht dieses Verhalten allerdings häufig nicht aus, denn wenn der vermeidende Partner genug hat, zieht er sich weder zurück. Das stachelt den ängstlichen Bindungstyp an, wieder um die Liebe des anderen zu kämpfen.

Unterschiedliche Bedürfnisse sind zunächst weder gut noch schlecht. Es sind Verhaltensweisen, die den Partner verletzen, die schlecht sind. Der Wunsch nach Distanz ist zunächst genauso berechtigt wie der Wunsch nach einem Gespräch. Gegenseitiger Respekt vor der Andersartigkeit des Partners ist eine Grundvoraussetzung für eine langfristige Beziehung. Konflikte können nämlich auch zerredet werden. Nach meiner Erfahrung ist oft wichtiger für die Heilung der verletzten Partner, neue positive Erlebnisse möglich zu machen. Das bedeutet, kreativ Lösungen für Konflikte zu finden, die beide Partner zufrieden machen. Viele Kompromisse lassen beide Partner unzufrieden zurück. Da ist oft ein Tauschgeschäft besser, weil dann jeder Partner immer wieder erhält, was er sich wünscht. Langfristig senkt das Furcht vor Konflikten und ermutigt, sie anzugehen und zu lösen.

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Eric Hegmann

Eric Hegmann ist Paarberater, Single-Coach und Autor. Er hat über ein Dutzend Bücher zu Liebe, Partnerschaft und Partnersuche veröffentlicht und ist einer der meist zitierten Dating- und Beziehungsexperten im deutschsprachigen Raum. Seit über 12 Jahren unterstützt er die Partneragentur Parship. Er ist Chefredakteur des Online Magazins beziehungsweise beziehungsweise

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