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Ich Fühle Mich Hässlich – Über Die Angst, Hässlich Zu Sein

Ich fühle mich hässlich – Über die Angst, hässlich zu sein

Attraktivität steht für Glück und Erfolg

Schönen Menschen fällt Glück und Erfolg einfach zu, weil sie eben schön sind. Dieser Gedanke scheint unauslöschlich. Dahinter steckt natürlich kaum mehr als die Hoffnung, dass es so wäre. Es ist erwiesen, dass attraktive Personen in vielen Lebensbereichen bevorzugt werden, keineswegs lässt sich das aber auf deren Zufriedenheit übertragen. Singles, gerade jene, die lange vergeblich in Partnersuche investiert haben, malen sich häufig aus, wie viel einfacher sie es hätten, wären sie hübscher. Das stimmt nicht, wie eine einfache Rechnung zeigt. Nur etwa 5 Prozent der Menschen sind – rein optisch – auffällig attraktiv und genauso wenige sind ganz besonders unattraktiv. Da fast alle Menschen einen ähnlich attraktiven Beziehungspartner suchen, ist eigentlich offensichtlich: Die 90 Prozent Normalos, also jene, die irgendwo dazwischen anzusiedeln wären, die haben mit einem riesigen Abstand die größte Auswahl. „Mein Aussehen ist mein Fluch“, hat nicht ganz umsonst so manche Schönheit bereits geseufzt.

Schönheit wird definiert durch das Gesamtpaket

Wir lieben mit all unseren Sinnen. Um sexuelle Erregung zu verspüren, benötigen die meisten Menschen weniger, viele Männer nur den Sehsinn, denn der ist bei ihnen mit dem Testosteron verdrahtet. Schon kleinen Mädchen wird das Kompliment gemacht: „Du siehst aber hübsch aus heute.“ So lernen sie von Anfang an, dass ihr Aussehen ihnen Anerkennung und Aufmerksamkeit verschafft. Für die Partnersuche scheint dies, wenn nicht das wichtigste Kriterium, dann doch eines der wichtigsten zu sein. Hinzu kommt, dass durch die Bilderflut der Smartphones, der erste Eindruck zweidimensional bleibt. Im wahren Leben sind für die Anziehungskraft entscheidend Gestik, Mimik, Auftreten, Körperhaltung und -spannung, Ausdruck, Sprachtempo und -witz, Stimme und Dialekt … – Modellmaße sind ausschließlich für Fotos interessant, wo nicht alle Sinne zur Geltung kommen. Und vermutlich ist etwas dran an der These, dass deshalb die Bilderflut von Instagram eher zur Selbstkritik bis hin zur Selbstverachtung führt. Dabei bleibt es aber nicht, denn die Transferleistung vom Aussehen zur Persönlichkeit bis hin zur Lebensqualität geht blitzschnell, schneller als man nach rechts oder links wischen kann. Es gibt Accounts von Modells Mitte 20, deren halbe Million Follower dank Instagram-und Facebook-Stories intime Details wissen, die zuvor nur eine Handvoll Beziehungspartner wissen konnten. Eine solche – wenn auch nur scheinbare – Nähe lässt die Betrachter glauben, die Abgebildeten zu kennen, ihnen nahe zu sein oder nahe zu kommen und eine Form der Bindung aufzubauen, die irgendwo zwischen Bewunderung, Sehnsucht und Neid verortet ist.

Wer andere erhöht, wertet sich selbst ab

Abwertung erfolgt nicht nur aktiv durch andere, sie wird auch selbst initiiert. Für die Partnersuche bedeutet dies, dass die Betroffenen aus einer Position der Schwäche heraus vermeintlich starke Partner suchen. Doch genau dies führt häufig in eine emotionale Abhängigkeit, denn gerade jene, die stark erscheinen und sich mit schwächeren Menschen zusammen tun, suchen in Wahrheit oft nur deren Anerkennung, um das eigene verletzte Selbstwertgefühl zu stärken.

Die Betroffenen beschäftigen sich unentwegt mit ihrem Äußeren. Viele suchen Hilfe bei Plastischen Chirurgen und einer Schönheitsoperation, doch die erhoffte Erleichterung bringt diese meist nicht. Danach sind sie häufig unzufrieden mit dem Ergebnis oder sie fokussieren sich auf einen anderen angeblichen Makel. Beispielsweise kann Kognitive Verhaltenstherapie die Betroffenen unterstützen, ihren Selbstwert aus anderen Quellen als Äußerlichkeiten zu schöpfen.

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Eric Hegmann

Eric Hegmann ist Paarberater, Single-Coach und Autor. Er hat über ein Dutzend Bücher zu Liebe, Partnerschaft und Partnersuche veröffentlicht und ist einer der meist zitierten Dating- und Beziehungsexperten im deutschsprachigen Raum. Seit über 12 Jahren unterstützt er die Partneragentur Parship. Er ist Chefredakteur des Online Magazins beziehungsweise beziehungsweise