skip to Main Content
Ewig Streit Um Hausarbeit: Putzen Und Die Liebe

Ewig Streit um Hausarbeit: Putzen und die Liebe

Wegen Haushalt streiten: Der ewig nervende Zoff um die Hausarbeit ist eine häufige Ursache für Beziehungsprobleme. Wie Sie Beziehungsstress um die gerechte Aufteilung der Hausarbeit vermeiden können

Sie ist Anlass für unzählige Auseinandersetzungen: die Hausarbeit. Es fängt schon damit an, dass die Partner darunter unterschiedliche Dinge verstehen. Die Spülmaschine oder den Trockner auszuräumen – ist das bereits Arbeitsteilung oder ist das nicht selbstverständlicher Tagesablauf? Was ist letztlich Verhandlungsmasse für eine Arbeitsteilung auf Augenhöhe und was nicht?

Gehen wir von zwei Vollzeit arbeitenden Partnern aus: einkaufen, kochen, putzen, Wäsche waschen, Müll rausbringen … So wir wir uns heute Beziehungen vorstellen, gibt es keinen Grund zu denken, ein Partner hätte das Recht sich zurückzulehnen und den anderen bei der Arbeit zuzusehen. Doch genau das passiert jeden Tag, – nicht immer vorsätzlich, aber doch fahrlässig – wenn nämlich jeder Partner für sich in seinem Kopf eine Tauschliste führt. „Ich habe den Rasen gemäht, deshalb schrubbst du das Bad.“ Das Problem dabei ist meist: So wurde das nie verhandelt, so wertet jeder Partner für sich. Während der andere vielleicht an ganz andere Tauschgeschäfte glaubt: Bad schrubben gegen Küche putzen beispielsweise. Oder Bad und Küche putzen gegen Sex?

Studien-Wirrwarr um Beteiligung der Männer

Während in Deutschland die Haltung vorherrscht, dass sich Sex verhandeln lässt, dämpfen US-amerikanische Forscher die Hoffnungen, der Mann am Staubsauger würde von seiner Partnerin dafür mit Erotik belohnt: das Gegenteil sei der Fall, heißt es. Hausmänner turnen danach die Damen nämlich ab. Gründlich. Immerhin 1,5 mal weniger Sex im Monat haben Paare, bei denen Kerle Dinge tun, die „offensichtlich“ Frauensache sind. Was sich liest wie die Rache Haushaltsgeplagter Männer ist das Ergebnis der Studie “Egalitarianism, Housework and Sexual Frequency in Marriage” , die in „The American Sociological Review“ veröffentlicht wurde.

Lori Gottlieb, Autorin des Bestsellers „Marry Him – The Case for Settling for Mr. Good Enough“ , untersuchte das Phänomen jüngst in der New York Times. Ihre Gespräche und Nachforschungen bei befreundeten Paaren und Paarberatern bestätigte das Ergebnis. Ein Mann, der schwitzend vom Sport kommt, lockt die Partnerin unter der Dusche; ein Mann, der den Müll rausträgt höchstens ins Bett eines anderen Mannes.

Warum wirkt der Mann, der im Haushalt hilft, sexuell (noch) weniger attraktiv wirkt als der Partner, der dem Rollenbild entsprechend überarbeitet aus dem Büro kommt, sich aufs Sofa fallen lässt und auf vorbei fliegendes Abendessen hofft? Wie ist der Zusammenhang zwischen weiblicher Lust und männlicher Trägheit?

Beziehungskiller Hausarbeit und Unordnung

Eine ungeheuerliche Vermutung liegt nahe: Der Kerl, der gerade ein Baumhaus für den Nachwuchs baut, wirkt sexuell attraktiver als jener, der den Trockner ausräumt. So wie sich in der Filmbranche Fantasien mit Handwerkern besser verkaufen lassen als mit Putzmännern. Und die Studie kennt noch eine weitere große Überraschung: Männer finden ihre Partnerin beim Staubwischen und Fensterputzen auch eher weniger erotisch. Die Vermutung lieht nahe: Womöglich macht und ist Hausarbeit an sich nicht sonderlich sexy.

Wie eine Studie der US-Organisation „Council of Contemporary Families“ (CCF) jetzt herausgefunden hat, ist es Frauen ein ganz besonderes Anliegen, das schmutzige Geschirr gemeinsam mit dem Partner in Angriff zu nehmen – mehr als jede andere Tätigkeit im Haushalt. Paare, die den Abwasch gemeinsam erledigen, haben eine engere Bindung, was zu mehr Zufriedenheit und auch mehr Sex führt. Umgekehrt sind Frauen, die Haushalt und vor allem Abwasch alleine bestreiten, unzufriedener, klagen häufiger über Probleme und Unausgeglichenheit in der Beziehung – sowie über weniger und schlechteren Sex.

Aber einen Zusammenhang stellten die Forscher nun doch fest: die untersuchten und befragten Partner waren jeweils in ihren Jobs (darunter fiel auch die Kindererziehung) stark eingespannt und beklagten die erschöpfende Doppelbelastung. Wo Stress wohnt, wälzen sich selten Lust und Leidenschaft.

Zufriedenheit um die Aufgabenverteilung zählt

Verhandeln Sie mit Ihrem Partner, was Sie wollen. Aber verhandeln Sie. Das heißt, Sie tauschen nicht nur für sich und Ihr persönliches Hausarbeit- und Beziehungskonto, sondern Sie klären das gemeinsam ab, so dass Sie sich aufeinander verlassen können. Dazu gehört auch, zu trennen, was tatsächlich tägliche Routine ist, die nun einmal von jedem für sich abverlangt werden kann und muss – und was ein Partner macht, damit es beiden Partner gut geht. In der Paarberatung erlebe ich oft, dass gerade diese Unterscheidung vielen Paaren hilft, einander besser zu verstehen. Denn für die meisten Frauen ist es eben kein faires Tausch, wenn er beispielsweise einmal im Jahr eine Glühbirne wechselt, während sie jeden Tag das Geschirr polieren soll.

Eine Beziehung auf Augenhöhe mit gleichberechtigter Arbeitsteilung erhöht die Beziehungszufriedenheit und natürlich auch die Lust aufeinander. Wer sich nämlich ständig übervorteilt fühlt, der ist nicht willens, dem Partner zuliebe auch noch Sex zu ‚gewähren‘. Paare, die sich über Hausarbeit streiten, lachen schlicht seltener, und nur gute Laune sorgt für gute Stimmung – auch im Schlafzimmer. In Kürze zusammengefasst lässt sich sagen: Alles, was Partner in ihrer Beziehung gemeinsam machen, ist Vorspiel.

Machen Sie den Test, ob Ihr Partner starke narzisstische Anteile besitzt

Zeigt ein starkes Selbstwertgefühl, für das keine objektive Begründung durch Erfolge oder Erfahrungen gibt

Online Kurs: Gehen oder bleiben? Woran erkennen Sie, ob eine Beziehung zu Ende ist?

Macht meine Beziehung noch Sinn? Woran erkennt man, dass eine Beziehung am Ende ist?

Macht meine Beziehung noch Sinn? Woran erkennt man, dass eine Beziehung am Ende ist?

Im Online Kurs „Gehen oder bleiben? Woran erkennen Sie, ob eine Beziehung zu Ende ist?“ finden Sie fünf Tests mit insgesamt über 200 Fragen, die Ihnen Ihre Entscheidung nicht abnehmen, aber sehr viel leichter machen werden.

Eric Hegmann

Eric Hegmann ist Paarberater, Single-Coach und Autor. Er hat über ein Dutzend Bücher zu Liebe, Partnerschaft und Partnersuche veröffentlicht und ist einer der meist zitierten Dating- und Beziehungsexperten im deutschsprachigen Raum. Seit über 12 Jahren unterstützt er die Partneragentur Parship. Er ist Chefredakteur des Online Magazins beziehungsweise beziehungsweise