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Das Panda-Syndrom Bei Paaren: Kuscheln Statt Leidenschaft

Das Panda-Syndrom bei Paaren: Kuscheln statt Leidenschaft

Ist das Panda-Syndrom ein Beziehungskiller? Wenn ja, WANN wird das Syndrom zum Beziehungskiller?

Das kommt auf die Gründe an. In der Theorie ist das Panda-Syndrom ja irgendwo rührend, weil das Paar so innig ist. Aber zu viel Nähe reduziert auch die Leidenschaft, denn wir begehren, was wir nicht haben. Solange das Paar glücklich ist mit der sexlosen Phase, gibt es kein Problem. Allerdings besteht die Gefahr, dass die Leidenschaft dann in Form einer Versuchung von Außen zurückkommt. Denn ganz sexlos will eigentlich niemand leben. Außerdem ist Sex neben der Befriedigung auch die gegenseitige Bestätigung, sich nackt anfassen und annehmen zu lassen. Das ist eine wichtige Kommunikationsform eine Paares, um zu sagen: Du bist ok, ich möchte dich, so wie du bist. Auf biologischer Ebene sorgen Bindungshormone beim Sex dafür, dass wir uns möglichst nah sein wollen.

Inwiefern profitiert eine Beziehung vom Panda-Syndrom?

Weniger Stress, weniger Verpflichtungen, dennoch Nähe und Intimität. Das alles klingt nicht nur segensreich für eine Beziehung, das ist es auch. Ein wenig Panda wünschen sich wohl die meisten Paare, es ist die Dosis, die das Gift macht.

Woran merke ich, dass mein Partner und ich Pandas sind?

Ich mag solche Labels nicht, auch wenn Pandas niedlich klingt. Letztlich hat jedes Paar seine ganz eigene Dynamik. Der Vergleich mit anderen Paaren, um sich selbst in Schubladen zu packen, hat noch kein Paar glücklicher gemacht.

Wie viel Panda-Syndrom ist für die Beziehung okay bzw. „normal“?

Wichtig für eine Beziehung ist, was die Partner glücklich macht. Normal ist kein Kriterium für Liebe, denn es gibt nichts, was es nicht gibt. Eine Beziehung ganz ohne Sex riskiert aber, dass die Lust irgendwann von Außen kommt.

Ist die Beziehung am Ende, wenn sich beide Partner als Pandas miteinander wohlfühlen?

Im Gegenteil kann das sogar der Beginn sein, die Partnerschaft auf eine neue Stufe zu stellen, in der Geborgenheit und Vertrautheit wichtiger sind als Leistungsdruck.
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Wie durchbrechen Paare die Panda-Spirale?

  • Jedes Paar braucht eine Mischung aus Bewährtem und Neuem. Beides gehört sowohl in den Beziehungsalltag als auch in das Sexleben. Sonst schläft die Leidenschaft ein.
  • Keine Lust auf Sex kann auch in Wirklichkeit bedeuten: Keine Lust auf Sex mit dem eigenen Partner. Prüfen Sie, ob Sie nicht doch etwas mehr Engagement im Schlafzimmer zeigen sollten.
  • Toys sind auch kein Allheilmittel, aber durchaus anregend. Es braucht aber vor allem mehr Fantasie im Schlafzimmer und nicht mehr Leistungsdruck.
  • Sprechen Sie miteinander über die sexlose Phase. Ihr Partner kann Ihre Gedanken nicht lesen. Während Sie sich als Panda wohl fühlen, sorgt sich der Partner vielleicht um seine Anziehungskraft und Attraktivität und hat Angst um die Beziehung.
  • Sex braucht Gelegenheit. Verabreden Sie sich zum Date. Klappen Sie das Laptop zu, schalten Sie die Smartphones aus und den Fernseher nur an, wenn Sie sich gemeinsam mit einem erotischen Film in Stimmung bringen wollen.

Eric Hegmann

Eric Hegmann ist Paarberater, Single-Coach und Autor. Er hat über ein Dutzend Bücher zu Liebe, Partnerschaft und Partnersuche veröffentlicht und ist einer der meist zitierten Dating- und Beziehungsexperten im deutschsprachigen Raum. Seit über 12 Jahren unterstützt er die Partneragentur Parship. Er ist Chefredakteur des Online Magazins beziehungsweise beziehungsweise