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So Durchbrechen Sie Die Erfolglosen Muster Ihrer Partnersuche

Erfolglose Muster bei der Partnersuche: „Warum gerate ich immer an die Falschen?“ ist wohl einer der häufigsten Seufzer einer Single-Beratung.

Erfolglose Muster bei der Partnersuche sind kein Schicksal

Die ermutigende Nachricht zuerst: Das ist kein Schicksal, das können Sie ändern. Dahinter verbirgt sich ein Arbeitsauftrag: Durchbrechen Sie die Muster und wählen Sie andere Partner!

Die meisten Singles erwidern nun: „Ja, schon klar. Aber die anderen …“

Häufigste Fortsetzungen dieses Satzes sind: „… entsprechen nicht meinem Beuteraster“, … interessieren mich einfach nicht“, „… sind vergeben“ oder „… lösen nichts bei mir aus.“

Wenn Männer von ihrem Beuteschema sprechen, dann geht es meist um bestimmte optische Attribute, die ihre Traumfrau aufweisen muss, damit sie eine Anziehung verspüren. In ihrer Verhaltensweise sollte sie außerdem fürsorglich sein. Frauen beschreiben selten zunächst optische Merkmale. Ihre Wunschliste beinhaltet Merkmale wie Selbstbewusstsein, Durchsetzungsvermögen, „mit beiden Beinen im Leben stehend“, ein Status, der beschützend und versorgend sein kann, ein liebevoller Umgang und Verbindlichkeit. All das ist das Versprechen: Du bist meine erste Priorität.

Unglücklich mit Ihrer Partnerwahl?

Singles, die mit den Mustern ihrer Partnerwahl unglücklich sind, wählen jedoch ganz andere Partner oder zumindest solche, bei denen mindestens ein Attribut überhaupt nicht auf ihre Beschreibung passt. Bei Männern ist fast immer die Fürsorglichkeit, die sie vermissen, die aufrichtige Bestätigung ihrer Selbst. Sie fühlen sich nicht wirklich angenommen und reduziert auf Status oder potentielles Heirats- und Vatermaterial. Frauen klagen dagegen besonders häufig über einen Mangel an Verbindlichkeit und liebevollem Umgang, der sich beispielsweise durch Aufmerksamkeit und Engagement ausdrückt.

Alle Menschen sehnen sich nach Bindung und Nähe. Gleichzeitig haben sie Angst vor der absoluten Nähe, sich nackt und wehrlos und völlig aufrichtig zu zeigen und bewerten zu lassen. Das muss nicht bewusst sein. „Ich gerate immer an die Falschen!“ ist nahezu immer ein Zeichen von Bindungsangst und eben nicht ein Mangel an Gelegenheiten. Die Frau, die – um ein typisches Modell zu wählen – immer wieder an einen „Bad Boy“ gerät, also einen unverbindlichen Mann als Partner zulässt, stellt rasch fest, dass der zwar sexuell attraktiv ist, aber dass er als Familiengründer, der ihr zur Seite steht und auf den sie sich verlassen kann, nicht taugt. Vermutlich übernimmt sie viele mühevolle Versuche, ihn zu überzeugen, dass sie die Richtige für ihn ist – aber in Wirklichkeit ist er nicht der Richtige für sie. Er entspricht überhaupt nicht ihren Anforderungen.

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Personen mit einem sicheren Bindungsverhalten und hohem Selbstwert ziehen in einer solchen Situation weiter und suchen einen anderen Partner. Die anderen jedoch wiederholen ihre Erfahrung voller Hoffnung, irgendwann den zu finden, der alle ihre Wünsche vereint. Wohl wissend, dass es den gar nicht geben kann.

Muster der Partnerwahl sind – meist unbewusst – selbst gewählt

Dieses Muster der Partnerwahl ist im Grunde eine Strategie der Beziehungsvermeidung, aber eine, die viele unglückliche Singles nicht als solche erkennen. Die gleiche Strategie steckt hinter „An meinem Leben will ich nichts ändern. Ich warte auf den Partner, der mich so nimmt wie ich bin.“ Eigentlich steckt hinter jedem Beutereaster, das unglücklich macht, Bindungsangst oder zumindest Furcht vor Nähe.

Die Bindungstheorie geht davon aus, dass alle Menschen sich nach Bindung sehnen und sie sich durch das Zusammenspiel und Verhalten von Bezugspersonen aus der frühen Kindheit einen Bindungsstil aneignen. Wer da Nähe und vorbehaltloses Angenommensein erlebt, wird eher sicher sein. Wer Liebe als etwas erfährt, das verdient werden muss, wird eher unsicher sein.

Es liegt in der Natur der Sache, dass Personen mit einem sicheren Bindungsverhalten selten lange Single sind und daher die übrigen mit unsicherem Bindungsverhalten besonders häufig aufeinander treffen. Diese wiederum lassen sich in ängstliche und vermeidende Persönlichkeiten grob unterscheiden. Die ängstlichen suchen Nähe und sind bereit, sich zu engagieren, zu investieren und Aufmerksamkeit zu schenken. Genau das ist, was wiederum vermeidende Persönlichkeiten benötigen: eine Person, die sich um sie bemüht, die sie bestätigt.

Test:

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Wie eindeutig sind seine Signale?

Sein Wunsch nach Autonomie

Er hält Distanz

Sein Umgang mit Ihren Schwächen

Beharren auf seinen Grenzen

Seine Vorstellung von Beziehung

Seine Wünsche und seine Regeln

Hält sich seine Absichten offen

Hat Ihr Partner – vielleicht unbewusst – Bindungsangst?
Ihr Partner leidet ziemlich sicher nicht unter Bindungsangst
Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Ihr Partner unter Bindungsangst leidet, wenn er sich so verhält, wie Sie ausgewählt haben.
Ihr Partner leidet möglicherweise unter Bindungsangst
Nach Ihren Angaben lässt sich nicht genau sagen, ob Ihr Partner unter Bindungsangst leidet. Eine Tendenz besteht, doch sie ist nicht besonders stark ausgeprägt. Sie ist allerdings erkennbar.
Ihr Partner leidet mit großer Wahrscheinlichkeit unter Bindungsangst
Ihr Schwarm oder neuer Kontakt oder Partner ist mit großer Wahrscheinlichkeit ein vermeidender Beziehungstyp. Das bedeutet, dass er stark von Bindungsangst geprägt ist. Auch er wünscht sich Liebe und Bindung – jedoch schränkt seinen Wunsch nach Nähe immer der Drang nach Autonomie und Selbstverantwortung ein. Auf keinen Fall möchte er sich aufgeben in einem Wir einer Beziehung, sondern sein Ich bewahren. Dieses Ich ist geprägt von einem verletzten Selbstwert, deshalb fällt es ihm so schwer, weitere Verletzungen zuzulassen. Da Nähe verletzbar macht, wählt er die Distanz als Schutzstrategie. In extremen Ausprägungen können vermeidende Bindungstypen keine Kritik zulassen oder sich Grenzen setzen lassen, ohne mit einer Vielzahl von Gegenangriffsstrategien jegliche weitere Verletzung des Ichs zu verhindern. Wenn Sie immer wieder Beziehungen mit Partnern mit Bindungsangst eingehen wollen, dann besteht die große Möglichkeit, dass Sie ein ängstlicher Bindungstyp sind, der von Verlustangst geprägt ist. Denn zwei vermeidende Typen finden selten eine gemeinsame Basis für eine Partnerschaft. Wohingegen sich vermeidende und ängstliche Typen gegenseitig ergänzen und anziehen. Möglicherweise möchten Sie sich mit Ihrem Bindungssystem einmal näher beschäftigen, um aus einem schmerzhaften Muster auszubrechen.

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Wer sich Muster der Partnerwahl genau betrachtet, stößt immer wieder auf das Selbstwertgefühl, das ausschlaggebend für den Bindungsstil ist. Und es lässt sich tatsächlich sagen: Wer immer an die Falschen gerät würde sich selbst meist nicht daten oder heiraten wollen. Das führt dazu, dass eine Person, die ernsthaftes Interesse zeigt, nicht ernst genommen werden kann. Weil der Wunsch nach Bindung aber evolutionär in uns gewaltig ist, sucht eine solche Person Nähe dort, wo sie schlussendlich nicht enstehen kann.

Um ein lange erfolgloses Muster der Partnersuche zu durchbrechen muss zunächst bewusst werden: Dieses Muster wird auch in Zukunft nicht erfolgreich werden.

Es genügt nicht, die Anstrengungen zu verstärken. Das wird nur noch unglücklicher machen.

Es braucht eine neue, eine andere Strategie!

Der erste Ansatz ist, die Gelegenheiten zu ändern. Wer Mitte 30 in den Clubs nach einem Partner sucht, in denen er die letzten zehn Jahre tolle One Night Stands gefunden hat, wird dort weiterhin One Night Stands finden. Es heißt also die bisherigen Trampelpfade aus Freundeskreis, Arbeitsplatz und Freizeit zu verlassen. Viele Singles erleben das als anstrengend und mühsam und kehren rasch enttäuscht zu ihren alten, vertrauten Mustern zurück. Die machen sie zwar nicht glücklich, aber mit denen kennen sie sich aus.

Der zweite Ansatz ist noch anstrengender: Alle unsicheren und vermeidenden Kontakte „ab“wählen. Wer sagt „Ich habe aber sehr viel zu tun …“ oder „Ich bin mir nicht sicher, ob ich eine Beziehung möchte …“ kommt nicht in Frage.

„Aber alle, die ich haben könnte, sind doch …“ Ist daraufhin eine typische Reaktion. Die kommt teilweise von unrealistischen Vorstellungen, dass Beziehungen grundsätzlich mit Liebe auf den ersten Blick beginnen müssen. Oder dass sich wie in Hollywood-Filmen die beiden ganz unterschiedlichen Charaktere am Ende doch bekommen. Das haben sich Dramaturgen ausgedacht, weil sonst niemand das Buch, die Serie oder den Film sehen wollte. Wer einen solchen Film in seinem Kopf hat, sollte nicht permanent die Darsteller austauschen sondern den Drehbuchautoren und dem Regisseur einen neuen Auftrag geben.

Wir verlieben uns in Menschen, die uns sympathisch sind. Das klingt nicht nach viel, ist aber eine ganze Menge. Denn sympathisch bedeutet, dass wir deren Nähe zulassen können. Dass wir die Person anfassen und begreifen möchten und uns ebenso anfassen lassen möchte. Bevor Menschen sprechen konnten haben sie sich berührt. Sex ist nicht nur Erregung und Fortpflanzung sondern auch Kommunikation. Sex sagt: Du bist okay. Dadurch entsteht eine gegenseitige Bestätigung und Bindung. Die wiederum stärkt den Selbstwert und macht damit das Bindungsverhalten sicher.

Und Menschen mit sicherem Bindungsverhalten sind nicht lange Single, denn sie sind begehrt.

Was haben die glücklichen Paare anders gemacht als ich?

Wer immer an die Falschen gerät sollte sich deshalb fragen: Was haben die glücklichen Paare anders gemacht als ich? Welche Strategie könnte ich für mich ausprobieren?

Eine ganze Welt voller neuer Türen mit neuen Möglichkeiten wird sich dadurch öffnen. Und es ist ausgesprochen wahrscheinlich, dass durch eine dieser Türen die Liebe kommt, die ein Leben lang halten kann.

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Eric Hegmann

Eric Hegmann ist Paarberater, Single-Coach und Autor. Er hat über ein Dutzend Bücher zu Liebe, Partnerschaft und Partnersuche veröffentlicht und ist einer der meist zitierten Dating- und Beziehungsexperten im deutschsprachigen Raum. Seit über 12 Jahren unterstützt er die Partneragentur Parship. Er ist Chefredakteur des Online Magazins beziehungsweise beziehungsweise

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