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Der Beste Verführungstipp

Sie wollen einen neuen Kontakt „um den Finger wickeln“? Sie möchten ihn „verliebt machen“? Hier finden Sie einen Verführungstipp, der wirklich funktioniert. Er kommt ohne Manipulation aus und ist vermutlich ein wenig anders, als Sie erwarten

Sie sind also verliebt, Ihr Körper wird von einem Hormon-Cocktail überflutet, der Ihnen gleichzeitig ein Hochgefühl verleiht, während er außerdem – in Studien nachgewiesen – für äußerst schlechte Entscheidungen sorgt. Fragen Sie sich also gerade: „Wie kann ich diesen wundervollen Kontakt von mir überzeugen?“, dann hüten Sie sich vor vorschnellen Aktivitäten.

Zunächst einmal wägen Sie bitte ab: Wollen Sie diese Person von sich überzeugen, weil Sie es sich nie verzeihen könnten, nicht dieses eine Mal alles versucht zu haben? Oder folgt Ihre Überlegung einem Muster, das Sie immer wieder erleben, nämlich dass Sie sich Mühe geben, um einen Kontakt zu intensivieren, weil Sie insgeheim fürchten, Sie seien nicht gut genug und er könnte sich deshalb für jemand anderen entscheiden?

Sie möchten ihn/sie „verliebt machen“? Das haben Sie nicht nötig!

Seien Sie ehrlich, denn wenn Ihr Kennenlernen immer wieder dieser Dynamik folgt, dann braucht Ihr Selbstwert einen kleinen Schub. Denn letztlich haben Sie es nicht nötig, jemanden überzeugen zu müssen. Abgesehen davon, dass der Grat zwischen Verführung und Manipulation schmal ist. Und verführt zu werden, ist schön. Manipuliert zu werden, das verbitten Sie sich sicher ebenso. Und das geht Ihrem Kontakt sicher ganz genauso.

Nehmen wir aber an, Sie wollen vor allem die Chance ergreifen und einfach Ihrem Herzen folgen. Dann kann es gut sein, dass Sie seinen Jagdinstinkt ein wenig stimulieren wollen. Das folgt aber nicht der alten Regel: „Willst du was gelten, mach dich selten.“ Das ist heute passé. Machen Sie sich selten, wählt er einfach eine andere, die schneller ist. Wenn Sie Interesse haben, dann sollen Sie das auch zeigen. Die Kunst der Verführung ist eher: Seien Sie das Wild, das dem Jäger auflauert.

Geraten Sie immer an den Falschen? Unbewusste Bindungsmuster erkennen. Test

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Sie haben einen neuen Kontakt. Wie entscheiden Sie, ob Sie ihn weiterverfolgen?

Was denken Sie, wenn Sie etwas an Ihrem neuen Kontakt stört?

Wie viel Nähe wünschen Sie sich in einer Partnerschaft?

Welche Beziehungsvorbilder haben Sie?

Wie gehen Sie mit Konflikten in einer Beziehung um?

Immer der Falsche – Unbewusste Beziehungsmuster erkennen
Sie sind romantisch und perfektionistisch
Ihre Überzeugungen, wie Ihr Partner sein soll und was eine Beziehung ausmacht, sind stark ausgeprägt. Sie wissen, was Sie wollen und nur wenn Sie ganz sicher sind, den Richtigen gefunden zu haben, lassen Sie sich auf Ihr Gegenüber ein. Weil Sie auf Ihre Gefühle hören und viel investieren, haben Sie zahlreiche schmerzhafte Enttäuschungen erlebt. Auch deshalb wollen Sie sich ganz sicher sein, dass Sie keinesfalls an den Falschen geraten. Wenn Sie nicht voll und ganz entflammt und verliebt sind, hat ein Kontakt bei Ihnen keine Chance. Sie wünschen sich nicht unbedingt die Liebe auf den ersten Blick, aber Sie sind überzeugt, dass es anfangs schon richtig Peng! machen muss, sonst wird sich daraus nichts entwickeln können. Sie haben dieses Glück auch bereits erlebt – doch danach zerbrach es, weil Sie ausgenutzt, belogen oder betrogen worden sind. Verliebtheit und Liebe sind jedoch ganz unterschiedliche Dinge. Liebe wächst und entsteht. Gemeinsam. In einer Beziehung wird mit der Zeit die Zuneigung stärker und gibt immer mehr Sicherheit und Geborgenheit. Peng! ist ein Feuerwerk, das rasch verpufft. Geben Sie auch Kontakten eine Chance, die nicht ganz perfekt sind. Sie sind es auch nicht, aber vielleicht passen Sie dennoch – oder gerade deshalb – perfekt zusammen!
Ihr Selbstwert ist verletzt und gering
Sie fühlen sich nicht wirklich liebenswert. Vielleicht ist dies eine Folge von Prägungen Ihrer Kindheit. Möglich dass Sie immer wieder erlebt haben, dass Sie nicht gut genug wären, dass Sie wertlos oder nicht liebenswert wären. Vielleicht hat aber auch Ihre Beziehungshistorie Sie glauben lassen, dass Sie nicht anziehend, attraktiv oder intelligent genug wären, um nicht betrogen zu werden. Sie fühlen sich oft alleingelassen, dabei empfinden Sie eine große Sehnsucht nach Geborgenheit und einer vertrauensvollen Bindung, die Ihnen das Gefühl gibt, bedingungslos geliebt zu werden. Aus dieser Position der Schwäche heraus sind vermeintlich starke Partner für Sie besonders interessant. Partner, die etwas ausstrahlen, die begehrt werden, denn davon wünschen Sie sich etwas ab, das würde Sie bestätigen und gut fühlen lassen. Doch diese Partner sind meist in Wirklichkeit gar nicht so stark, wie sie scheinen. Sie haben im Gegenteil oft Selbstzweifel, gegen die sie ein Mittel kennen: Anerkennung von anderen. Deshalb suchen, finden und wählen diese Menschen Partner, die sich ihnen zuliebe sehr viel Mühe geben, die bereit sind, sich für sie anzupassen und zu verändern. Die Folge: Sie werden erneut verletzt und verlieren erneut Selbstvertrauen. Um aus diesem Teufelskreis auszubrechen, müssen Sie Ihr Selbstwertgefühl stärken. Nennen Sie es Ihr Inneres Kind, das erst heilen muss, damit Sie wieder furchtlos und mutig stark werden. Denn dann werden Sie nicht länger Menschen anziehen, die aus Ihrer Schwäche ihre eigene Stärke ziehen und Ihre Energie "aussaugen" und Sie wie eine leere Hülle zurücklassen, wenn Sie keine Kraft mehr haben – oder sogar aggressiv, manipulativ oder gewalttätig werden, wenn Sie sich aus deren Einfluss zurückziehen wollen. Möglicherweise gelingt Ihnen dies auch nur mit Unterstützung. Dann lassen Sie sich helfen, denn das Leben ist zu kurz für unglückliche Beziehungen.
Sie verhindern Nähe bewusst oder unbewusst
Sie wünschen sich eine Beziehung – aber Sie fürchten sich auch vor ihr. Denn Sie sind – vielleicht nur insgeheim – überzeugt, dass Nähe und Offenheit vor allem zu Verletzungen führt. Dieses Phänomen wird auch aktive oder passive Beziehungsverweigerung genannt. Der aktive Beziehungsverweigerer weiß recht genau, dass er niemanden so nah an sich herankommen lassen möchte, dass dieser ihn verletzen könnte. Er muss keinen solchen Test machen, deshalb ist wahrscheinlicher, dass Sie zu den passiven Beziehungsverweigerern gehören. Das mag für Sie überraschend klingen, denn eigentlich sehnen Sie sich doch so sehr nach Nähe und Zuneigung. Aber Sie sind perfekt darin geworden, diese Nähe zu sabotieren, so dass nicht einmal Sie wirklich bemerken, welche Muster ablaufen. Es kann beispielsweise sein, dass Sie sich nur einlassen mit Menschen, die Ihnen von Vornherein versichern, nur an Ihnen allein und an einer langfristigen Beziehung interessiert zu sein. Damit verhindern Sie, dass Sie sich nicht vergeblich bemühen und große Gefühle sich entwickeln können. Doch Sie erreichen damit, dass Ihr Kontakt sich unter Druck gesetzt fühlt und sich zurückzieht. Vielleicht erfüllt aber auch niemand Ihre hohen Ansprüche. Lieber bleiben Sie allein, als dass Sie Kompromisse und Risiken eingehen würden. An allen etwas auszusetzen zu haben, ist eine sehr effektive Methode, niemanden an sich heranzulassen und ein Zeichen von tiefen Verletzungen, die sie höchstwahrscheinlich in Ihrer Kindheit erlebt haben. Aber Sie sind jetzt erwachsen, Sie können anders reagieren, Sie können sich wehren, Sie können ganz anders verhandeln, nämlich auf Augenhöhe! Sie müssen einem Partner eine Chance geben, wenn Sie eine Beziehung eingehen wollen. Mit seinen Forderungen und Verhaltensweisen können Sie heute ganz anders umgehen als früher.

Die wichtigste Regel beim Kennenlernen lautet: Seien Sie selbst die liebenswürdige Person, die Sie sich als Partner wünschen. Konkret bedeutet dies: Zeigen Sie Interesse, zeigen Sie Initiative, zeigen Sie, dass Sie Ihr Leben genauso selbst in die Hand nehmen können wie Ihre Dates. Ihr Kontakt erzählte von einer Ausstellung, die er mochte? Dann googeln Sie nach vergleichbarer Kunst und laden ihn dorthin ein. Er wird bemerken, dass Sie aufmerksam sind, er wird Bestätigung für seine Interessen erleben und erfahren, dass Sie kreative Ideen haben – und gemeinsam einen Kaffee trinken zu gehen, das können Sie danach immer noch.

Die berühmten Dating-Regeln der US-Amerikanerinnen Ellen Fein und Sherrie Schneider „The Rules – Die Kunst, den Mann fürs Leben zu finden“ versprechen nachhaltige Verführung durch Rückzug. Der Mann muss kämpfen, muss sich bemühen, das sei auch das Zeichen für verbindliches Interesse. So viele Frauen sind deshalb unglücklich geworden, weil sie aus einer Position der Schwäche heraus einen vermeintlich starken Partner gewählt haben, der sich später als Egoist oder sogar als Narzisst entpuppt hat. Denn das sind die Sorte Männer, die Frauen mit schlechten Verführungstipps anziehen. Die machen Ihnen genauso viel vor, wie Sie denen.

Die schlechte Nachricht lautet: Sie können niemanden in sich verliebt machen. Entweder Sie sind sich gegenseitig sympathisch, Sie finden sich gegenseitig attraktiv – oder eben nicht. Verspüren Sie immer wieder den Drang, dennoch Ihrem Kontakt beweisen zu wollen, dass Sie die Beste sind, die ihm passieren kann, dann überprüfen Sie Ihr Bindungssystem und Ihren Selbstwert. Haben Sie das wirklich nötig?

Zwei Menschen, die sich ineinander verlieben, erleben eine Phase, in der sie nicht genug voneinander erfahren können. Das ist die Zeit der durchgequatschten Nächte, die kein Ende finden. Der oft zitierte Tipp: „Seien Sie geheimnisvoll“, bewirkt das Gegenteil. Er verhindert Bindung. Die entsteht durch den Austausch von Zielen und Träumen, auch von Ängsten. Paare entwickeln eine Art Liebeslandkarte voneinander. Denn sind Sie nur eine Option und keine Priorität, dann werden Sie auch nie mehr sein als nur ein Zwischenstopp und nicht das Ziel das Reise, unabhängig davon, wie viel Energie Sie aufwenden.

Persönlichkeitstest: Woran bin ich mit ihm?

Kein „Liebestest“, sondern eine seriöse Einschätzung der Beziehungspersönlichkeit Ihres neuen Partners. In meiner Arbeit liegt ein Schwerpunkt auf dem Bindungsverhalten und den negativen Überzeugungen und Glaubenssätzen, die zu Ängsten und zu Schutzstrategien vor erneuten Verletzungen führen. Darauf basierend habe ich den Test entwickelt: Woran bin ich mit ihm? Ist er der Falsche oder der Richtige? Er ermöglicht Ihnen Antworten auf die Fragen: Was treibt ihn an? Was macht ihn glücklich? Wonach strebt er? Denn wenn Sie dies wissen, dann können Sie entscheiden, ob sich das für Sie langfristig gut anfühlen wird.

Eric Hegmann

Eric Hegmann ist Paarberater, Single-Coach und Autor. Er hat über ein Dutzend Bücher zu Liebe, Partnerschaft und Partnersuche veröffentlicht und ist einer der meist zitierten Dating- und Beziehungsexperten im deutschsprachigen Raum. Seit über 12 Jahren unterstützt er die Partneragentur Parship. Er ist Chefredakteur des Online Magazins beziehungsweise beziehungsweise

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