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Bin Ich Verliebt? Warum Verliebe Ich Mich Nicht?

Schon lange nicht mehr verliebt gewesen? Verlieben fällt dir schwer? Du kannst dich nicht verlieben? Dann kann es sein, dass du unbewusste Schutzmechanismen entwickelt hast, die dich vor Verletzungen und Zurückweisungen schützen wollen. Erfahre, wie sich das zeigen kann und was dagegen hilft.

Verliebt sein – wie fühlt sich das an?

Beim Verliebtsein kommen zwei Dinge zusammen: Die eigene Vorstellungskraft, dass diese andere Person alle meine Wünsche und Hoffnungen an eine Beziehung und an Zweisamkeit erfüllen könnte – obwohl ich keine Ahnung habe, ob wir tatsächlich zusammenpassen. Ich wünsche es mir und hoffe es zwar, aber ich weiß es noch nicht. Das ist also eine Projektion. Die kommt – das ist der Trick der Evolution – mit einem ziemlich kräftigen Hormon-Cocktail, der den Blickt trübt und die berühmte rosarote Brille aufsetzt. Die Folge sind Mut, Selbstbewusstsein, Euphorie – dieser Hormon-Cocktail ist ein heftiger, körpereigener Drogenrausch.

Sexuelle Anziehungskraft ist ein wichtiger Part beim Verlieben. Aber für eine dauerhafte Beziehung braucht es deutlich mehr: Geborgenheit, Vertrautheit, Sicherheit, ähnliche Werte, Respekt, Geduld und, und, und … Alles Aspekte, die erst mit gemeinsamen Erfahrungen deutlich werden. Wie reagiert der andere in welchen Situationen? Nimmt er mich wahr? Ist er für mich da? Kann ich mich auf ihn verlassen? Werden wir auch zehn Jahren noch Spaß haben? Werden wir uns noch sexy finden, wenn die ersten Falten kommen und die Schwerkraft unseren Körper formt?

Ich kann mich schwer verlieben

Die Evolution hat es uns leicht gemacht, uns zu verlieben. Aber was, wenn es dennoch schwerfällt? Zunächst ein interessantes Forschungsergebnis: Je länger man mit einer Person zu tun hat und falls diese sympathisch wirkt, umso wahrscheinlicher wird es, sich ineinander zu verlieben. Viel mehr braucht es offenbar nicht dazu, der Wunsch nach Verbindung ist so groß, dass wir eigentlich gar nicht ständig nach rechts oder links swipen oder durch noch Hundert weitere Profile klicken müssen. Deshalb nehmen beispielsweise so viele Beziehungen im Büro ihren Anfang. Man lernt sich kennen, fasst Vertrauen und dann plötzlich, durch eine Verhaltensweise, durch eine Geste – macht es Klick.

Wenn es partout nicht Klick machen will, dann kann das an verschiedenen Gründen liegen. Vielleicht ist dein Hormon-Cocktail des Verliebens durcheinander geraten, bspw. durch bedrückende Situationen, eine depressive Phase, Stress, Sorgen – dann kommen die euphorisierenden Botenstoffe nicht durch, vielleicht werden sie auch gar nicht erst in ausreichender Menge produziert. Dagegen hilft nur eine möglicherweise lange Suche nach den Ursachen und eine Veränderung der Lebensweise, damit du wieder Glücksmomente richtig schätzen kannst – und nachfühlen.

Verlieben mit Hindernissen

Auch möglich ist, dass du dich nicht verliebst, weil du dich insgeheim vor den Verletzungen schützen möchtest, die Verlieben mit sich bringen kann: Liebeskummer, Zurückweisung, Trennung. Gerade wenn du dahingehend schmerzhafte Erfahrungen gemacht hast, dann gut sein, dass du ganz unbewusst alles tust, damit dir das nicht mehr passieren kann. Und die gründlichste Methode Liebeskummer zu verhindern ist, sich nicht mehr zu verlieben.

Der Mechanismus dahinter ist eine komplexe Schutzstrategie, die unser ganzes Leben in vielerlei Hinsicht beeinflusst. Das besprühte Beispiel der heißen Herdplatte hilft bei der Verdeutlichung: Hat ein Kind erst einmal auf die heiße Platte gefaßt, dann weiß es, dass es die Berührung künftig besser meiden sollte. Das Gehirn merkt sich: Ist die Herdplatte rot, dann ist sie heiß. Spüre ich auf Abstand bereits Wärme, dann werde ich mich verbrennen. Dazu muss kein großes Abgleichprogramm gestartet werden, denn evolutionär merken wir uns ganz besonders gut, was uns einmal Schaden zugefügt hat. Dieses Wissen müssen wir gar nicht unbedingt mehr bewusst abrufen. Ganz automatisch und unbewusst schützen wir uns für die Zukunft. Dies gilt nicht nur für die Herdplatte, dies gilt auch für die Liebe.

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Warum verliebe ich mich nicht?

Nicht-Verlieben kann eine Massnahme sein, um sich vor Verletzungen zu schützen. Die darunter liegenden Strategien können sehr vielfältig sein. In der Praxis erlebe ich KlientInnen, die bspw. unbewusst sich so vor emotionaler Nähe geschützt haben:

  • hohe Ansprüche, die niemand erfüllen kann
  • zurückweisend sein, um Distanz zu halten
  • sich nur für unerreichbare Partner interessieren
  • bei neuen Kontakten deren Fehler suchen
  • sich zurückziehen darauf, „niemals wieder vertrauen zu können“
  • im Leben und Herzen keinen Raum für andere lassen

Es gibt noch zahlreiche weitere Strategien, die im Rahmen eines Single-Coaching bspw. überprüft und erforscht werden können. Viele davon haben mit dem Bindungsverhalten zu tun, das sich entweder durch besonders vermeidende oder besonders ängstliche Verhaltensweisen ausdrückt. Es handelt sich dann um individuell ausgeprägte Formen von Bindungsangst und Verlustangst – zunächst gegensätzlich scheinende Methoden, die aber eine wichtige Gemeinsamkeit haben: sie versuchen die Betroffenen vor weiteren Verletzungen zu schützen. Bei Verlustangst wird alles getan, um den Partner und eine Verbindung nicht (erneut) zu verlieren und bei Bindungsangst, andere nicht nahe genug heranzulassen, um nicht verletzt werden zu können.

In manchen Fällen kann auch ein traumatisches Erlebnis dazu geführt haben, dass Nähe nicht mehr zugelassen wird. Manche Betroffene entwickeln Abwehrmechanismen wie Dissoziation, Verleugnung, Reaktionsbildung, Verdrängung u.a. Hier ist Arbeit mit einem Therapeuten anzuraten, um sich behutsam den Verletzungen zu nähern und diese aufzuarbeiten und zu heilen.

Bist du bereit, dich wieder zu verlieben?

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Die Arbeitskollegin denkt – schon wieder – laut. Wie reagieren Sie?

Halten Sie sich selbst für eine gute Partie?

Ihre Freunde bewundern an Ihnen vor allem:

Sie streiten mit einer Freundin über die Abendplanung. Was machen Sie?

Auf einer Party:

Wenn Sie neue Menschen kennenlernen sollen:

Wie lange dauern Ihre Dating-Phasen?

Trennen Sie sich üblicherweise als Freunde?

Müssen Sie sich häufig erklären, um verstanden zu werden?

Wie offen sind Sie, wenn es um Ihre Geheimnisse geht?

Was wollen Sie nach einem Streit?

Worüber haben Sie sich in früheren Beziehungen vor allem gestritten?

Was sagt Ihre Familie zu Ihrem Ex-Partner?

Was ist das Schlimmste in einer Beziehung?

Was ist das Beste in einer Beziehung?

Sind Sie bereit für eine Beziehung?
Sie sollten eine Pause einlegen
Ihre Antworten weisen darauf hin, dass Sie noch nicht bereit sind für eine neue Beziehung. Möglicherweise beschäftigen Sie noch ungelöste Konflikte einer alten Partnerschaft? Vielleicht sind Sie aber auch durch frustrierende Erfahrungen derzeit nicht in der Lage, Mut und Vertrauen aufzubringen, sich auf jemanden einzulassen. Wenn dieser Zustand Sie unglücklich macht und Sie bereits lange vergeblich versucht haben, daran etwas zu ändern, sollten Sie sich Unterstützung suchen, um sich wieder optimistisch einer dann auch erfolgreichen Partnersuche zuzuwenden.
Sie sollten es langsam angehen lassen
Ihre Antworten deuten darauf hin, dass Sie zwischen Wunsch nach einer Beziehung und den dazu nötigen Veränderungen noch hin- und hergerissen sind. Auf andere wirken Sie manchmal bedürftig nach Liebe und manchmal an Bindung keine Spur interessiert. Dadurch senden Sie missverständliche Signale aus, die potentielle Partner verwirren und abschrecken können.
Sie sind bereit für eine neue Beziehung
Ihr Selbstwertgefühl ist stark und Sie sind neugierig auf andere Menschen. Da bei Partnersuche und Partnerwahl leider immer auch mit Enttäuschungen und Zurückweisungen zu rechnen ist, bringen Sie die wichtigsten Voraussetzungen mit, um den Mut und die Freude am Dating dadurch nicht zu verlieren.

Wie kann ich mich verlieben?

Der Schlüssel ist die emotionale Nähe. In Beziehungen suchen wir einen Hafen, von dem aus wir die Welt erkunden und zu dem wir auch wieder sicher zurückkehren können (Bowlby). Diese Geborgenheit entsteht durch Vertrauen, dieses wiederum durch gemeinsames Erleben und emotionale Verbindung. Damit dies möglich ist, müssen emotionale Kontaktflächen geschaffen – und sie müssen zugelassen werden.

Viele Singles bleiben beim ersten Kontakt distanziert, sie wollen nicht zu viel preisgeben, sie wollen erst Informationen sammeln, um Sicherheit zu gewinnen. Da läuft das Schutzprogramm ab: ich will mich erst öffnen, wenn ich mir sicher bin, dass du mir nichts Böses willst. Sehr verständlich, aber extrem hinderlich. Denn dadurch bleibt das Gespräch oberflächlich, es entsteht Smalltalk. Man streift viele Themen, geht aber nirgends in die Tiefe. Wir erfahren, welche Musik der andere mag, aber nicht, warum er sie mag und was diese in ihm auslöst und wie er sich fühlte bei dem Konzert seiner Lieblingsband und was diese Erfahrung mit ihm gemacht hat. Wir erfahren, welchen Beruf er hat, aber nicht, was ihn bewogen hat, ihn zu erlernen und auszuüben, was ihn daran befriedigt und was ihn ängstigt. Wir erfahren, in welche Länder er gereist ist, aber nicht, was das Besondere war an jener Nacht in der Wüste unter dem Sternenhimmel und den Eindruck von Verbundenheit mit Allem.

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Die Strategie zum Verlieben benötigt Mut und Vertrauen

Mut zu haben, sich zu öffnen, Mut zu haben, sich womöglich erneut zu verletzen, erneut zurückgewiesen oder enttäuscht zu werden, ist schwer. Der Hormon-Cocktail des Verliebens unterstützt uns dabei, aber er ist nicht immer stark genug, jede selbst gebaute Schutzmauer zu durchbrechen. Diese Mauer wird aber durch Vertrauen durchlässiger. Nicht Vertrauen in den Anderen, sondern Vertrauen in sich selbst. Vertrauen, dass man sich auch wieder aufrichten kann, falls es doch zu einer Verletzung kommen sollte. Vertrauen, dass man eine Zurückweisung ohne Schaden überstehen wird. Ohne Mut und Vertrauen lässt sich eine Beziehung nicht schaffen. Und das ist fraglos schwer, denn Verlustangst und Bindungsangst nehmen heute zu, weil wir alle viel mehr schmerzhafte Erfahrungen machen als Generation vor uns. Niemand führte so viele Beziehungen wir wir und niemand erlebte so viele Trennungen wie wir. Es ist also kein Wunder, dass unsere Schutzmechanismen immer weiter perfektioniert werden. Denn mit jeder neuen Verletzung sorgen wir ja unbewusst dafür, dass wir uns noch besser schützen beim nächsten Mal.

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Eric Hegmann

Eric Hegmann ist Paartherapeut, Single-Coach und Autor. Er hat über ein Dutzend Bücher zu Liebe, Partnerschaft und Partnersuche veröffentlicht und ist in seinem Fachbereich einer der meist zitierten Experten im deutschsprachigen Raum. Seit über 15 Jahren unterstützt er die Partneragentur Parship. Er ist Chefredakteur des Online Magazins beziehungsweise beziehungsweise und Gründer der Modern Love School .

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