Eric Hegmann

Eric Hegmann-Heldenfrühstück

Heldenfrühstück

Bruno Gmünder

Diese Helden tanzen die Nacht durch und Sex haben sie immer mit den Falschen. Zum Frühstück gibt es Uppers and Downers, was gegen die Müdigkeit und was fürs Hochgefühl. Nur folgt jedem Höhenflug irgendwann die Landung. Denn etwas fehlt den Endzwanzigern noch im Leben zwischen Fitness Studio, Nightlife und Online-Dating, und so zielsicher wie wenn es darum geht, die richtige Party oder den richtigen Typen für eine Nacht zu finden, sind sie bei einer anderen Suche nicht: der nach der großen Liebe. Werden sie sie finden?

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Bücher von Eric Hegmann

 

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Suche nach Liebe in den dunklen Kiez-Clubs der Reeperbahn

"Hier gibt‘s Zwerge und dressierte Pekinesen, Ledermänner, Gummidamen, Fabelwesen, doch die schlimmsten davon sind aus dem Parkett", sang Klaus Hoffmann als Claudia über die Reeperbahn-Legende "Salambo". In Heldenfrühstück übernimmt diese Rolle ein alternder Transvestit, die Chefin eines heruntergekommenen After Hour Clubs. Ein Reigen gebrochener Herzen und unerfüllter Hoffnungen gibt sich in ihrem Techno-Club die Hand - und was es braucht, die Nächte auf der Reeperbahn durchzustehen. Das ruft Dealer und Russenmafia auf den Plan und macht aus dem Frühclub-Idyll ein Schlachtfeld. Im Romandebüt Heldenfrühstück schlägt der Puls der Gegenwart wie im ›Topas‹ der Technobeat: Eric Hegmann lässt in diesem episodenhaften Kiez- und Großstadtroman seine Nachtschwärmer und Tagträumer selbst sprechen und schafft es in diesen wechselnden Perspektiven wie kein anderer Autor deutscher Sprache mit viel Witz und Menschenkenntnis allgegenwärtigen realen Aspekten und Facetten großstädtischer Lebenswelten eine treffende Sprache zu geben.


Pressestimmen zu "Heldenfrühstück"


Philipp Tingler: Das Dasein als Konsum

Es ist diese Spannung zwischen Sehnsucht und Distanz, die Heldenfrühstück auszeichnet. Im unsentimentalen Stil der Reportage und in gelungener sprachlicher Wiederspiegelung lässt diese Geschichte den Leser nicht nur an einer Lebenshaltung teilhaben, die das Dasein als Konsum versteht, sei es im Zuge bewusstseinsverändernden Substanzen, Sex oder durchgemachter Nächte, sondern erlaubt auch konkrete Identifikationen: Wer hätte nicht schon Zustände erlebt, in denen er sich beim Duschen abstützen musste?

 

Siegessäule: Ein Feuerwerk brillanter Einfälle

 

Nichtsnutziger Schnorrer, begehrte Clubbeute, angeschmachteter Partner - das ist Frank, einer der Protagonisten in Eric Hegmanns Romandebüt Heldenfrühstück. Für seinen Freund Maurizio ist er das Ein und Alles, doch Franks Herz hängt immer noch an Pete, seinem Ex, einem wahren Beau und so etwas ist wie der Brian Kinney des Hamburger Kiezes. Ob Homo oder Hetero, Mann oder Frau, Dragqueen oder SM-Süchtiger: Sämtliche Protagonisten sind ziemlich crazy, auf der Suche nach einer Mitte, die sie zwischen One-Night-Stands, Drogentrips, Rachefeldzügen, gefaketen Internetchats und SM-Orgien vergeblich suchen. Jedes Kapitel ist aus einer anderen Perspektive geschrieben, was einem die Helden mal sympathisch macht und dann wieder weit weg rückt. Hegmann nimmt uns mit auf Partytouren, versteckte Dates, eine verspießerte Honoratioren-Geburtstagsfeier und sogar eine Beerdigung. Es wird geliebt, gepoppt, gerächt und getötet, aber trotz der ständigen Perspektivwechsel wird einem nicht schwindlig, denn Hegmann verirrt sich keineswegs im Irrgarten der Lüste und Sehnsüchte. Allenfalls zum Schluss hin hängt die Geschichte etwas durch, aber vielleicht ist auch dieser Effekt genau berechnet, denn auf den letzten Seiten brennt der Autor noch mal ein Feuerwerk brillanter Einfälle ab.

 

Leo: Ein Roman, der alles hat, was gute Unterhaltung braucht

 

Eric Hegmann hat mit "Heldenfrühstück" einen Roman über den Hamburger Kiez (St.Pauli, für Südlichter) geschrieben, der alles hat, was gute Unterhaltung braucht: Spannung, Tempo, Liebe, Sex, einen kräftigen Schuss Zickerei und eine gute Portion kriminelle Energie. Für letztere sorgen vor allem Immobilienspekulanten und die Russenmafia, aber auch im zwischenmenschlichen Bereich geht es nicht gerade zimperlich zu. In sieben Kapiteln lässt Hegmann jeweils eine/n andere/n Protagonistin/en die Geschichte forterzählen, deren eigentliche Triebmittel Sex & Drugs sind. Da man für das eine offenbar einen Traumkörper und für’s andere das nötige Kleingeld braucht, sind genügend Spuren gelegt, auf denen das Homo-Trio Frank/Pete/Marc sowie die Heten-Mischpoke Thomas/Jochen/Sybille zu-/an-/über- und gegeneinander geraten können. Da wird getrickst, gekokst, getanzt, gebumst und der Körper getrimmt bis an den Rande des Erträglichen. Roter Faden durch den Roman dient ein abgewrackter After-Hour-Club, in dem sich alle treffen. Da Eric Hegmann in "Heldenfrühstück" aber dann doch die Seele/Psyche seiner Figuren nicht aus dem Blick verliert, möchte man das ganze eher mit Maupins "Stadtgeschichten" als mit "American Psycho" vergleichen und darf auf das kleine Glück am Rande der Reeperbahn hoffen.

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